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Nahverkehr:Warnstreik trifft Nürnberg stark

Schüler und Berufspendler haben am Freitagmorgen in Bayern vor erheblichen Herausforderungen gestanden: Wegen eines Warnstreiks, zu dem die Gewerkschaft Verdi aufgerufen hatte, fuhren Busse und Bahnen in vielen Städten gar nicht oder nur im Notmodus. Am härtesten traf es Bayerns zweitgrößte Stadt Nürnberg. Dort standen sowohl Busse als auch Straßenbahnen und U-Bahnen komplett still, wie die Verkehrsgesellschaft VGN mitteilte. "Wir haben diesmal kein Notnetz", sagte eine VGN-Sprecherin. Zu Warnstreiks mit teils erheblichen Behinderungen kam es auch in weiteren Städten, darunter Augsburg, Erlangen, München, Fürth, Bamberg, Regensburg und Ingolstadt. Nicht bestreikt wurde am Freitag der Nahverkehr in den Städten Coburg, Aschaffenburg und Würzburg. In Coburg und Aschaffenburg war es bereits in der Vergangenheit zu tageweisen Ausständen kommen, in Würzburg gelten gesonderte Tarifbedingungen.

Bereits am Tag davor waren mehrere Krankenhäuser von Arbeitsniederlegungen betroffen, darunter mit dem Klinikum Nürnberg eines der größten kommunalen Krankenhäuser in Deutschland. Dort waren auch zahlreiche Operationen aufgeschoben worden, hieß es.

Die Aktionen im öffentlichen Dienst werden in der Öffentlichkeit kontrovers diskutiert. Viele Menschen sind der Auffassung, dass die befristeten Arbeitsniederlegungen mit in der Folge teils überfüllten Bussen und Bahnen gerade in Zeiten steigender Corona-Fallzahlen unverantwortlich sind. Andere argumentieren, dass etwa Busfahrer gerade in Corona-Zeiten hohe Gesundheitsrisiken eingingen und deshalb ein Recht auf eine bessere Bezahlung hätten. Verdi und der Beamtenbund dbb fordern für die bundesweit 2,3 Millionen Tarifbeschäftigten von Bund und Kommunen 4,8 Prozent mehr Geld, mindestens aber 150 Euro.

© SZ vom 10.10.2020 / dpa

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