Tiere in BayernErst die Störche – dann der Frühling?

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Der Frühling? Der lässt noch etwas auf sich warten. Manche Störche sind trotzdem schon wieder zu ihren angestammten Nestern zurückgekehrt.
Der Frühling? Der lässt noch etwas auf sich warten. Manche Störche sind trotzdem schon wieder zu ihren angestammten Nestern zurückgekehrt.
Pia Bayer/dpa
  • Obwohl es noch winterlich ist, sind bereits die ersten Weißstörche an ihren Nestern in Bayern zu sehen.
  • Viele Störche überwintern inzwischen in Deutschland oder ziehen nicht mehr so weit in den Süden.
  • Mehrere Hundert Störche überwintern jedes Jahr allein in Bayern, etwa auf Kompostanlagen südlich von Ansbach.
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Noch fühlt sich Bayern ziemlich winterlich an. Trotzdem sind die ersten Störche schon zurückgekehrt. Wie kommt das?

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Obwohl es noch recht winterlich ist, zeigen sich an vielen Orten in Deutschland bereits die ersten Weißstörche auf ihren Nestern. Keine Sorge: Sie sind nicht etwa zu früh dran. Viele Störche überwinterten inzwischen hierzulande, erläutert Oda Wieding vom Landesbund für Vogel- und Naturschutz (LBV) im bayerischen Hilpoltstein. Andere ziehen ihr zufolge nicht mehr so weit in den Süden und sind teilweise schon zurückgekehrt.

„In ganz Bayern merken wir, dass die Vögel sich an den Nestern einfinden“, sagt Wieding. Es sei auch schon Paarungsverhalten zu beobachten – allerdings erst mal nur, um die Paarbindung zu stärken. Für eine Brut sei es noch zu früh. Auch in Norddeutschland könne man die ersten Störche sehen, sagt Kai-Michael Thomsen vom Michael-Otto-Institut des Naturschutzbunds Deutschland (Nabu) in Bergenhusen. Sie hätten vermutlich in Süddeutschland überwintert.

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Erkenntnisse über das Zugverhalten der schwarz-weißen Vögel mit dem roten Schnabel bekommen die Fachleute über Satellitensender, mit denen etwa Vogelwarten, Nabu oder LBV einzelne Weißstörche ausstatten. Die Vögel tragen die kleinen Sender wie einen Rucksack auf dem Rücken. Ein Solarmodul lädt sie immer wieder auf, so dass sie theoretisch ein Vogelleben lang senden.

Die Daten solcher Tiere zeigten, dass in Bayern und Baden-Württemberg einige Störche bereits zurück seien, sagt der Vogelzug-Experte Wolfgang Fiedler vom Max-Planck-Institut für Verhaltensbiologie in Radolfzell am Bodensee. „Einige sind noch in Spanien und Marokko.“ Wiederum andere seien auf dem Rückweg und müssten demnächst hierzulande eintreffen.

„Der Zeitplan entspricht demjenigen, den wir in den vergangenen Jahren bei Störchen, die auf der Westroute wandern, gesehen haben“, erläutert Fiedler. Störche, die über die Ostroute – also über die Türkei und den Nahen Osten – nach Afrika ziehen, kommen frühstens im April zurück.

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In Raisting am Südufer des Ammersees hat sich eine beeindruckende Weißstorch-Kolonie etabliert. 2023 wurden 75 Jungstörche flügge. Auch Schwarzstörche zeigen sich öfter. Das hat auch mit der Klimaveränderung zu tun.

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Mehrere Hundert Störche überwintern nach Angaben von Wieding inzwischen jedes Jahr allein in Bayern. Südlich der mittelfränkischen Stadt Ansbach seien 100 bis 150 der Vögel auf einer Kompostanlage gezählt worden. „Das ist ein ganz natürliches Verhalten. Solange es genug zu Fressen gibt, bleiben sie.“

Wenn es nicht dauerhaft friere, kämen die Störche hierzulande im Winter gut zurecht, ergänzte Thomsen. Nahrung finden sie demnach etwa an Flussniederungen und auf Mülldeponien – und überstehen auch mal ein paar Tage ganz ohne.

Störche versuchten in der Regel immer auf ihr Nest aus dem Vorjahr zurückzukehren

Dennoch zieht der Großteil der Störche nach Angaben von Fiedler nach wie vor in den Süden. Von den besenderten Störchen in Bayern, Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz blieben deutlich unter zehn Prozent in ihrem Brutgebiet – und das in der Regel auch erst mit zunehmenden Alter, sagte er. „Jungstörche bis zur Geschlechtsreife ziehen fast alle zunächst mal ab.“

Die jungen Störche schließen sich laut Thomsen auf dem Weg anderen Störchen an, die sie mit nach Südspanien oder Afrika ziehen. In den 1980er-Jahren seien es nur einzelne Tiere gewesen, die nur bis Südspanien geflogen seien. Inzwischen seien es mehrere Zehntausend, erklärt er. „Wir sehen daran, dass sich der Weißstorch sehr gut an sich verändernde Umweltbedingungen anpassen kann.“

Störche versuchten in der Regel immer auf ihr Nest aus dem Vorjahr zurückzukehren, erläutert Wieding. Überwinterer und frühe Rückkehrer hätten bessere Aussichten, es noch unbesetzt vorzufinden. Allerdings könne ein später Frosteinbruch dem Gelege schaden. „Es wird sich langfristig zeigen, welches Verhalten vorteilhafter ist und wie sich die Vögel anpassen.“

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