Stellvertreter CSU beruft zweiten Generalsekretär

Markus Blume bei einer Veranstaltung in Dachau.

(Foto: Toni Heigl)

Markus Blume rückt an die Seite von Andreas Scheuer. Sein Einfluss dürfte größer sein als der von anderen Stellvertretern.

Von Wolfgang Wittl

Die CSU bekommt einen neuen stellvertretenden Generalsekretär: Der Münchner Landtagsabgeordnete Markus Blume wird an die Seite von Andreas Scheuer rücken. Die Personalie soll offiziell am 30. Januar in der Sitzung des Parteivorstands beschlossen werden. Das wird aber nur Formsache sein. Blume genießt in der CSU hohes Ansehen, der Vorschlag von Parteichef Horst Seehofer dürfte im Vorstand auf große Zustimmung stoßen.

Die CSU hatte in ihrer Geschichte schon öfter zwei Generalsekretäre, zuletzt arbeitete Dorothee Bär als Stellvertreterin von Alexander Dobrindt. Auch Blume ist hinter Scheuer die Nummer zwei - trotzdem dürfte sein Einfluss etwas größer sein als der von anderen Stellvertretern.

Scheuer wird zunächst sein Augenmerk auf die Kampagne zur Bundestagswahl im Herbst dieses Jahres legen. Der Landespolitiker Blume könnte derweil mit ersten Vorkehrungen für den Landtagswahlkampf 2018 beginnen. Die CSU will damit ihre Schlagkraft noch einmal erhöhen. "Ich freue mich auf die spannende Aufgabe, gerade in diesen schwierigen Zeiten einen Beitrag zur Orientierung leisten zu können", sagte Blume. Seehofer sagte dem Münchner Merkur: "Das ist auch eine Antwort auf Markus Blumes ganz vorzügliche Arbeit." Er solle sich besonders auch um "Medienpolitik und politische Bildung" kümmern.

Blume, 41, war bereits 2013 als Generalsekretär gehandelt worden. Damals bekam mit Scheuer allerdings erneut ein Bundespolitiker den Zuschlag. Zuletzt machte Blume auf sich aufmerksam, als er für die CSU federführend ein neues Grundsatzprogramm ("Die Ordnung") entwickelte, das auf dem Parteitag im vergangenen November verabschiedet wurde. Schon damals kündigte Seehofer an, dass er sich für Blume etwas einfallen lassen werde, um seine "hervorragende Arbeit" der vergangenen beiden Jahre zu honorieren. In der CSU gilt der Wirtschaftspolitiker Blume als eines der großen Talente, auch ein Ministeramt wird ihm bereits zugetraut. Sein Amt als Chef der Grundsatzkommission wird der zweifache Familienvater als Vize-Generalsekretär behalten.

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