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Steigende Inzidenz-Zahlen:Landkreise schließen Kitas und Schulen

Angesichts wieder steigender Corona-Inzidenzen schließt der Landkreis Mühldorf von diesem Dienstag an die Schulen und Kindertagesstätten, das Berchtesgadener Land folgt am Mittwoch. Fast alle Schüler mit Ausnahme der Abschlussklassen in Gymnasien und Berufsschulen müssen dort in Distanzunterricht, bis die Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Neuinfektionen wieder unter 100 sinkt. Ähnliches gilt seit Montag auch schon für die Schulen im Landkreis Altötting. Außerdem tritt in allen drei Kreisen wieder eine Ausgangssperre von 22 Uhr bis 5 Uhr in Kraft.

Der Mühldorfer Landrat Max Heimerl (CSU) verlangte in einem offenen Brief an Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) eine landesweite Regelung, die mehr Verlässlichkeit für die Schulen und Kindertagesstätten bietet. Mit dem Auf und Ab der Inzidenzzahlen drohe "ein Auf und Zu der Einrichtungen" und damit auch wachsendes Unverständnis bei Eltern und Kindern. Die aktuelle Regelung der Staatsregierung mit dem starren Inzidenzwert von 100 werde von den Menschen abgelehnt und sei "in der Praxis kaum umsetzbar", kritisiert Heimerl. Er fordert stattdessen eine flexiblere Regelung, um den Familien und auch den Arbeitgebern der Eltern mehr Planungssicherheit bieten zu können. "Wir brauchen wirkungsvolle und zugleich akzeptierte Regelungen zum Infektionsschutz, um die Solidarität und Unterstützung der Bevölkerung nicht zu verlieren", warnt Heimerl. "Bitte bedenken Sie auch, dass die inzidenzunabhängige Öffnung zum Beispiel von Baumärkten oder Friseuren als Ungleichbehandlung gegenüber den Kindern und Jugendlichen empfunden wird."

Mit der gleichen Bitte um eine praktikablere Lösung bei den Schulschließungen hat sich auch Ambergs Oberbürgermeister Michael Cerny (CSU) an Ministerpräsident Markus Söder und Gesundheitsminister Holetschek gewandt. Dieser wolle laut Amberger Rathaus-Angaben "versuchen, dass im Laufe der Woche eine verbesserte Lösung gefunden wird".

© SZ vom 02.03.2021 / kpf
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