Die erste Spielzeit von Intendant Oliver Brunner und seinem Team in Ingolstadt ist vorüber – und von außen betrachtet dürfte sie ein Erfolg gewesen sein. Im Haus herrschte eine gute Stimmung, die Kritiken fielen positiv aus, das Programm wurde in der Stadt angenommen. Alles Punkte, an die sich in der zweiten Spielzeit anknüpfen lässt, trotz angespannter Haushaltslage. Im Juli hat der Stadtrat einen Beschluss zur weitergehenden Sanierungsplanung für den Hämer-Bau gefasst. Auch dies ein positives Signal, wenn man auf die lange Historie dieser Sanierungsbedarfsgeschichte samt Bürgerentscheid gegen eine Ersatzspielstätte zurückblickt.
Nun also die zweite Saison: 18 Premieren sind geplant, davon entfallen sechs auf Theater für Kinder und Jugend, ein Bereich, in den das Ingolstädter Theater viel investiert und hier von „Das kleine Gespenst“ bis zu „Sterntagebücher“ nach Stanislaw Lem eine große Altersgruppe mit verschiedenen Interessen anspricht.
Die erste Premiere am 10. Oktober ist eine der vier spannenden Uraufführungen: Es ist eine moderne Version der „Nibelungen“, in der das Autorenduo Marcel Luxinger und Ivana Sokola die Geschichte ins Heute verlegt. Eine andere Uraufführung mit dem Titel „Zieht die gewaltige Stille mich immer“ widmet sich der gebürtigen Ingolstädterin Charlotte von Kirschbaum, in den Zwanzigerjahren eine der führenden Theologinnen, die heute kaum bekannt ist.
Die Adaption großer Romane wie „Madame Bovary“ oder „Der Graf von Monte Christo“, moderne Klassiker wie „Im Dickicht der Städte“ oder „Kasimir und Karoline“ wird es in Ingolstadt geben. Und vermutlich einen großen Spaß mit „Die Zauberflöte“ in der poppigen Revuetheater-Version von Nils Strunk und Lukas Schrenk, die Philipp Moschitz inszeniert.

