Erlangen:Staatsregierung, Siemens und Uni werben gemeinsam für Drei-Städte-Tram

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Die Erlanger CSU ist dagegen - Parteichef Markus Söder und CSU-Bezirkschef Joachim Herrmann sind dezidiert dafür: die Tram zwischen Nürnberg, Erlangen und Herzogenaurach. (Foto: Claus Hirche ZV StUB)

Innenminister Herrmann und Ministerpräsident Söder wollen mit der Bahn die "Zukunftsfähigkeit des Wirtschafts- und Forschungsstandorts" steigern. Die Erlanger CSU sieht das ganz anders.

Von Olaf Przybilla, Erlangen

Schon die Einladung der Staatsregierung hatte wenige Fragen offen gelassen: Über die "Vorteile der Stadt-Umland-Bahn" (StUB) wolle man informieren und damit über einen "Mobilitätsmeilenstein für die Metropolregion". Zusammengekommen ist man im Helmholtz-Institut für Erneuerbare Energien in Erlangen, gelegen auf einem expandierenden Uni-Gelände - das man mit der geplanten Bahn künftig erreichen würde. Erschienen sind am Freitag Siemens-Finanzvorstand Ralf P. Thomas, Joachim Hornegger, Präsident der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU), sowie Innenminister Joachim Herrmann und Ministerpräsident Markus Söder (beide CSU).

Über die Tram soll in Erlangen am 9. Juni abgestimmt werden - zum zweiten Mal nach dem zustimmenden Votum von 2016. Die örtliche CSU in Erlangen mobilisiert vor der Abstimmung massiv gegen die StUB. Die Staatsregierung, Söder und Herrmann, halten nun offensiv dagegen: Es sei offensichtlich, dass die geplante Bahn "für die gesamte Metropolregion" eine große Chance biete, "die klimafreundliche Mobilität nachhaltig auszubauen und die Zukunftsfähigkeit des Wirtschafts- und Forschungsstandorts zu steigern".

Söder sagte, zwar respektiere er die ablehnende Haltung der Erlanger CSU. Bei einem Negativvotum werde man sich aber "langfristig furchtbar ärgern darüber". Es sei legitim, etwaige Straßenbehinderungen für falsch zu halten. Er halte es aber für einen großen Fehler, deshalb gleich "die ganze StUB" abzulehnen: "Bürgerentscheide dürften nicht in erster Linie dafür da sein, etwas zu verhindern."

Siemens-Vorstand Thomas mahnte an, ein Weltunternehmen wie Siemens brauche "Planungssicherheit". Der Konzern investiere momentan Hunderte Millionen Euro in die Region. Dafür brauche man Infrastruktur. Innenminister Herrmann beteuerte, die Staatsregierung stehe zu der Förderzusage, die unter anderem er selbst und Söder gegeben hätten. Die FAU, sagte Präsident Hornegger, habe sich immer schon für die Tram stark gemacht. Immerhin bewegten sich täglich 55 000 FAUler zwischen insgesamt 300 regionalen Uni-Standorten.

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