"Frankenstein" am Staatstheater Augsburg:Warnung nicht notwendig

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Der Frankenstein von Sebastian Müller-Stahl (li.) ist in Augsburg furchteinflößender als die Kreatur von Mirjana Milosavljević. (Foto: Jan-Pieter Fuhr)

Jan Langenheim hat in Augsburg Mary Shelleys "Frankenstein" für die Bühne bearbeitet. Es ist ein Feuerwerk der Technik, aber nicht der Gefühle.

Kritik von Yvonne Poppek, Ausgburg

Der Anfang ist lustig und leicht. Im schwarzen Frack und Zylinder tritt Gerald Fiedler in der Rolle des Produzenten vor einen samtigen, roten Vorhang. Den halten zwei Männer an einer Stange in die Höhe, wackeln und zappeln, kratzen damit an der Würde des Produzenten, der doch sehr gewichtig warnen möchte. Vor "Frankenstein". Fiedler lächelt nach vorn, wütet zur Seite. Natürlich erkennt man bei aller Demontage das Zitat, den Beginn von James Whales ikonischer "Frankenstein"-Verfilmung mit Boris Karloff als Monster. Wenn Fiedler dann am Ende des Abends nach mehr als zweieinhalb Stunden wieder mit Frack und Zylinder auf die Bühne kommt, wünscht man sich, dass sich bis dahin diese Leichtigkeit und dieser Witz, dieser Zauber des Anfangs nicht so verloren hätte. Dass die Warnung, "wir werden sie vielleicht schockieren", wenigstens ein bisschen notwendig gewesen wäre.

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