Um jemanden in Schauder zu versetzen, reichen manchmal diese zwei Worte: „Effi Briest“. Mit Theodor Fontanes Roman vom Ende des 19. Jahrhunderts verbinden nicht wenige dumpf-öde Stunden im Deutschunterricht. Der unaufgeregte Konversationston, in dem Fontane erzählt, bedeutet einigen über viel zu viele Seiten hinweg eine Qual. Auch hangelt sich das Buch nicht unbedingt von Cliffhanger zu Cliffhanger, wenn die 17-jährige Effi an die Jugendliebe ihrer Mutter Geert von Instetten verheiratet wird, sich ohne Ende langweilt, Mutter wird, eine kurzfristige Affäre eingeht, deswegen gesellschaftlich verstoßen wird und stirbt. Doch all das sollte man beiseite schieben, wenn es um diesen Abend geht: „Effi, Ach, Effi Briest“ am Staatstheater Augsburg.
„Effi, Ach, Effi Briest“ am Staatstheater AugsburgFontane ohne Schikane
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In Moritz Franz Beichls „Effi, Ach, Effi Briest“ taucht Theodor Fontane kaum noch auf. Am Staatstheater Augsburg macht Regisseurin Nina Mattenklotz daraus einen großen Spaß.
Kritik von Yvonne Poppek, Augsburg
