Bildung:Gewerkschaft fordert Erhalt der Sprach-Kitas in Bayern

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Bildung: Ob es mit den Sprach-Kitas in Bayern weitergeht, ist noch unklar. Noch zögert der Freistaat bei der Finanzierung.

Ob es mit den Sprach-Kitas in Bayern weitergeht, ist noch unklar. Noch zögert der Freistaat bei der Finanzierung.

(Foto: Monika Skolimowska/dpa)

Der Freistaat soll selbst die Finanzierung des Projektes sicherstellen. Sozialministerin Scharf ist dagegen und nennt Berlins Übergangsfinanzierung "heimtückisch".

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) fordert die Weiterführung der Sprach-Kitas in Bayern. Darin sind sich Gewerkschaft und Sozialministerin Ulrike Scharf (CSU) sogar einig, das Programm gilt als sinnvoll und wichtig. Aber beim Wie gehen die Meinungen deutlich auseinander: Ursprünglich sollte das Bundesprogramm Ende dieses Jahres auslaufen, jedoch kündigte das Bundesfamilienministerium kürzlich eine Verlängerung der Finanzierung bis Sommer 2023 an. Der Freistaat müsse jetzt schnell handeln, die Strukturen erhalten und für die dauerhafte Finanzierung des Programms sorgen, teilte die GEW Bayern mit. Unterstützung bekam sie am Mittwoch von den Landtags-Grünen.

Die Gewerkschaft verlangt, dass das Land für die Fortführung des Projektes eigene Mittel verwendet und den Etat für Bayern aus dem Bundes-Kita-Qualitätsgesetz für weitere Qualitätsverbesserungen verwendet. Johannes Becher, Sprecher der Landtags-Grünen für frühkindliche Bildung, sagte: "Bayern braucht ein Landesprogramm für Sprach-Kitas!" Das Geld dafür wäre da, wenn die Staatsregierung die Bundesmittel aus dem Kita-Qualitätsgesetz zu 100 Prozent für Qualitätsentwicklung und damit in die Sprachförderung investieren würde. Aktuell werden in Bayern damit auch Kita-Gebühren subventioniert.

Über das Programm "Sprach-Kitas" finanziert der Bund seit 2016 zusätzliches Personal zur Sprachentwicklung. Mit der Übergangslösung bis Sommer 2023 ist die Erwartung an die Länder geknüpft, die Sprach-Kitas danach weiter zu finanzieren. Vier Bundesländer hätten die Weiterführung bereits beschlossen, so die GEW. In Bayern dagegen wüssten mehr als 800 Fachkräfte nicht, ob sie von 1. Januar 2023 an noch beschäftigt werden. "Es kann nicht sein, dass die Verantwortung für Bildung wie eine heiße Kartoffel zwischen dem Bund und den Ländern hin und her geworfen wird und die Leidtragenden die Kinder, Eltern und Beschäftigten sind", sagte Alfons Kunze, GEW-Vorstandsmitglied.

Becher forderte ebenfalls eine schnelle Lösung: "Bayern muss die Blockadehaltung endlich aufgeben!" Der IQB-Bildungstrend habe Bayern bescheinigt, dass 14,1 Prozent der Viertklässler die Mindeststandards beim Lesen nicht erreichten - und 13,4 Prozent beim Zuhören, ergänzte Hilger Uhlenbrock, Sprecher der GEW-Fachgruppe Sozialpädagogische Berufe. Es sei nicht nachvollziehbar, dass die Staatsregierung die notwendigen Mittel zur Fortführung des Programms nicht in die Hand nehme.

Für die Sozialministerin ist die Übergangsfinanzierung aber keine Hilfe, sondern "heimtückisch" und "Ausdruck einer völlig heuchlerischen Politik des Bundes". Den Ländern werde der Spielraum genommen, um Kinder und Fachkräfte "bestmöglich zu fördern". Sprachliche Bildung sei wichtiger denn je, findet auch Scharf, aber die Länder seien sich einig, dass der Bund das Sprach-Kita-Programm weitere zwei Jahre finanzieren müsse.

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