Süddeutsche Zeitung

SPD-Landrat Adam:Offener Brief an den Ministerpräsidenten

Bei der Bundestagswahl hat der SPD-Landrat die CSU gewählt, nun ringt die Regener Parteiführung Michael Adam eine Erklärung des Bedauerns ab - zumindest für seine Äußerungen. Wenig später ist der Sozialdemokrat wieder in altem Fahrwasser unterwegs: Er schreibt CSU-Chef Seehofer einen Brief.

Gut eine Stunde hat das Krisentreffen der Regener SPD-Führung am Dienstag gedauert, ehe sich die Beteiligten zu einer gemeinsamen Erklärung durchringen konnten. Herausgekommen ist ein Minimalkonsens. Michael Adam, SPD-Kreisvorsitzender und Regener Landrat, der nach der Bundestagswahl bekannt hatte, die Zweitstimme der CSU gegeben zu haben, bedaure demnach, "dass seine Äußerungen zu Irritationen geführt haben". Er habe weder Mitglieder noch Wähler vor den Kopf stoßen, sondern nur "gegen die SPD-Landesführung und deren inhaltlichen Kurs" protestieren wollen. An dieser Kritik halte er, Adam, weiter fest.

Nach Teilnehmerangaben habe Adam die Erklärung des Bedauerns jedoch erst abgenötigt werden müssen. Sie sei mehr auf Druck denn aus Einsicht zustande gekommen. Vehement gewehrt habe Adam sich gegen Vorwürfe, er würde seinen Absprung zur CSU vorbereiten. Für SPD-Kreisvize Rita Röhrl, die Adam scharf kritisiert haben soll, ist die Sache damit erledigt. Ein Rücktritt oder Parteiausschluss sei zu keiner Zeit ein Thema gewesen. Inhaltlich müsse Adam nichts zurücknehmen, nur die Form sei unpassend gewesen.

Ob sich Landeschef Florian Pronold damit zufrieden geben wird, ist die Frage. Bereits vor Monaten hatte Adam ihn heftig attackiert und den stillen Beifall vieler Genossen erhalten. Durch sein erneutes Vorpreschen habe Adam nun aber das Gegenteil bewirkt, sagen Parteifreunde. Selbst Pronold-Kritiker müssten sich jetzt hinter dem umstrittenen Chef der Bayern-SPD versammeln.

Adam selbst war wenig später bereits wieder in altem Fahrwasser unterwegs: In einem offenen Brief forderte er Ministerpräsident Horst Seehofer zu mehr Unterstützung für den ostbayerischen Raum auf. Das geplante Heimatministerium, dessen Gründung die Landes-SPD für Blödsinn hält, dürfe gerne auch in Regen angesiedelt sein.

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Quelle:
SZ vom 25.09.2013
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