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Opposition:Die Bayern-SPD führt die falschen Debatten

SPD Bayern

Die Bayern-SPD muss sich mit Inhalten befassen.

(Foto: dpa)

Junge oder Alte, Kohnen oder nicht: Die Genossen sollten sich stattdessen lieber um sozialdemokratische Inhalte kümmern.

Es ist der erste konkrete Vorschlag von Natascha Kohnen zur Erneuerung der Bayern-SPD: Sie will mehr Kandidaten unter 35 Jahren in die Parlamente bringen. Die Jugend wieder für die SPD zu begeistern, das ist ein hehres Ziel. Gerade im Gegensatz zu den Grünen wirkte die Partei im Landtagswahlkampf so altbacken wie lange nicht. Nur: Ist es das, was die SPD nach ihrer verheerenden Niederlage braucht? Eine Diskussion um die Vergabe von Posten für Wahlen, die weit in der Zukunft liegen? Eher nicht. Den Genossen sollte bald etwas Besseres einfallen, sonst wird es bei den nächsten Wahlen noch weniger Posten zu verteilen geben - egal ob an junge oder alte Kandidaten.

Das gleiche gilt für eine reine Personaldiskussion, ob Kohnen gehen muss oder nicht. Stattdessen könnte sich die SPD mit ihren Inhalten befassen. Dazu gehört ein klares Bekenntnis, was im Wahlkampf schief gelaufen ist. Kohnen aber übte Selbstkritik bis jetzt eher in homöopathischen Dosen. Ihr erster Entwurf zur Neuausrichtung der Bayern-SPD liest sich wie ein Gewerkschaftspapier über die SPD an sich und kann nicht mehr als eine Diskussionsgrundlage sein.

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Konkrete Vorschläge muss der Leser mit der Lupe suchen. Wenn er sie findet, dann sind sie so formuliert, dass selbst SPD-Mitglieder nicht genau sagen können, was gemeint ist. Kohnen hat das Glück, dass es derzeit noch keinen Gegenkandidaten für den Landesvorsitz gibt. Der Bayern-SPD aber hilft das wenig. Sie hat es schwerer als die Grünen, weil sie in Berlin mitregiert und in vielen zentralen Fragen zerstritten ist. Umso mehr muss sie ihre Energie darauf verwenden, inhaltlich eine klare Haltung zu entwickeln.

Viel Zeit bleibt den Genossen nicht, 2020 sind Kommunalwahlen. Ihre Erfolge in München oder Nürnberg sind der Stolz der Bayern-SPD und der Beweis, dass sie den Kontakt zu den Bürgern noch nicht ganz verloren hat. Bis jetzt war die SPD bei Kommunalwahlen auch dann erfolgreich, wenn sie im Land verlor. Verlassen aber kann sie sich darauf nicht.

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