SPD-Anfrage Seelsorge für Muslime in Haft

Angesichts der Gefahr einer Radikalisierung in Gefängnissen will Bayern die seelsorgerische Betreuung muslimischer Gefangener ausbauen. Elf der 36 Anstalten haben keinen muslimischen Seelsorger, ergab eine Antwort auf eine Anfrage des SPD-Abgeordneten Georg Rosenthal an die Staatsregierung. Zum 31. August waren gut 1700 Gefangene muslimischen Glaubens in Bayern inhaftiert, insgesamt waren knapp 11 000 Menschen in Haft. Bei gut 40 Häftlingen sahen die Sicherheitsbehörden einen islamistischen Hintergrund. Rosenthal forderte ein flächendeckendes Seelsorge-Netz. Ein Sprecher des Justizministeriums sagte, im Nachtragshaushalt 2016 seien für die Schaffung weiterer seelsorgerischer Angebote für muslimische Gefangene 200 000 Euro vorgesehen.