Steigende Lebenshaltungskosten:VdK warnt vor sozialen Verwerfungen

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Der Sozialverband VdK hat angesichts steigender Lebensmittelpreise und enormer Energiekosten vor den Folgen gerade für ärmere und ältere Menschen gewarnt.

Der Sozialverband VdK hat angesichts steigender Lebensmittelpreise und enormer Energiekosten vor sozialen Verwerfungen gewarnt. "Eine soziale Krise muss unter allen Umständen verhindert werden", sagte VdK-Präsidentin Verena Bentele am Donnerstag in München. "Ich appelliere deshalb an die Bundesregierung, einen vernünftigen Weg zu gehen und Menschen zielgerichtet zu entlasten." Es könne nicht sein, dass Rentner, Alleinerziehende, Behinderte und andere Menschen mit niedrigem Einkommen im Winter in kalten Wohnungen frören. Geplante Entlastungsmaßnahmen erreichten aber oft nicht ihr Ziel, stellte Bentele fest. Als Beispiel nannte sie die Energiepreispauschale, die an den Rentnerinnen und Rentnern weitgehend vorbeigehen werde. Dagegen werde der VdK, mit 2,1 Millionen Mitgliedern größter Sozialverband in Deutschland, klagen.

Auch Maßnahmen nach dem Gießkannenprinzip, wie der Tankrabatt, brächten wenig, betonte die VdK-Chefin. Stattdessen könnten Menschen mit niedrigem Einkommen gezielt etwa durch die Übernahme der Anschaffungskosten für energiesparende Haushaltsgeräte, die Streichung der Mehrwertsteuer auf Obst, Gemüse und Hülsenfrüchte, eine Senkung der Mehrwertsteuer auf Medikamente sowie eine rasche Wohngeldreform inklusive einer Heizkostenpauschale unterstützt werden.

"Von den geplanten Steuererleichterungen profitieren Menschen mit niedrigen und mittleren Einkommen kaum - sie treffen die Preissteigerungen aber mit besonderer Härte", hieß es auch vonseiten des Sozialverbands Deutschland (SoVD) am Donnerstag. "Deshalb fordern wir von Finanzminister Christian Lindner (FDP), dass er sein Konzept so nachbessert, dass es wirklich sozial gerecht ist und ganz gezielt die Menschen Unterstützung erhalten, die sie am dringlichsten benötigen." Der SoVD begrüßte daher, dass im Entwurf zum neuen Bürgergeld die Grundsicherung verbessert werden soll. Dem schloss sich der VdK an - sofern die Neuerungen mit einer signifikanten Erhöhung der Regelsätze verbunden seien.

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