30 Jahre alter SensationsfundNeue fleischfressende Pflanze aus Bayern entdeckt

So sieht er aus, der in einem kleinen Moor in Südbayern entdeckte Bayerische Sonnentau.
So sieht er aus, der in einem kleinen Moor in Südbayern entdeckte Bayerische Sonnentau. Andreas Fleischmann/SNSB

Im mitteleuropäischen Raum werden nur noch äußerst selten neue Pflanzenarten entdeckt. Der Bayerische Sonnentau war bislang aber unbekannt. Was macht den Fund so besonders?

Dank eines glücklichen Umstands ist eine neue fleischfressende Pflanze aus Bayern bekannt geworden – mehr als 30 Jahre nach ihrer Entdeckung. Es handele sich um den Bayerischen Sonnentau mit dem wissenschaftlichen Namen Drosera ×bavarica (mit dem × werden in der Botanik Hybriden gekennzeichnet), teilten die Staatlichen Naturwissenschaftlichen Sammlungen Bayerns (SNSB) in München mit. Der Fund wurde im Nachlass eines Botanikers entdeckt und ist aus mehreren Gründen etwas Besonderes.

Neue Pflanzen werden demnach überaus selten in Mitteleuropa, Deutschland und Bayern entdeckt. Außerdem handelt es sich bei dem Bayerischen Sonnentau nicht um eine eigenständige Pflanzenart, sondern um einen Naturhybrid – eine natürlich entstandene Kreuzung aus dem Langblättrigen Sonnentau und dem Mittleren Sonnentau. „Dass diese Kreuzung aus den beiden Arten möglich ist, haben Kulturversuche aus Japan schon 1973 bewiesen“, erläuterten die Experten. Aber in freier Natur habe bisher niemand die Hybride gefunden.

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Deren Entdeckung liegt auch schon etwas länger zurück: Ein Münchner Botaniker hatte demzufolge ein Exemplar vor mehr als 30 Jahren in einem kleinen Moor in Südbayern gesammelt und gepresst. Nach seinem Tod hinterließ der Experte für fleischfressende Pflanzen seine Sammlung der SNSB. In dem Herbar stieß ein SNSB-Botaniker auf die Sonnentau-Kreuzung.

Dass es sich um etwas Besonderes handele, habe der Finder schon damals gewusst, teilten die SNSB mit. Auf dem Bogen mit der gepressten Pflanze habe er diese damals schon Drosera ×bavarica bezeichnet. Vor seinem Tod habe er sie aber nicht mehr wissenschaftlich beschreiben können.

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