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Gespräche mit der CSU:Grüne sehen "durchaus noch Gräben zu überwinden"

Die Grünen-Spitzenkandidatin Katharina Schulze und Ministerpräsident Markus Söder nach den Sondierungen.

Ernste Mienen ob "der intensiven Gespräche": die Spitzenkandidatin der Grünen, Katharina Schulze, und Ministerpräsident Markus Söder.

(Foto: dpa)
  • Die CSU hat erste Sondierungsgespräche mit den Grünen geführt. Die Gespräche seien "intensiv" geführt worden, waren sich die Teilnehmer einig.
  • Wie es nun weitergeht, werde man in den kommenden Tagen sehen, sagte Ministerpräsident Markus Söder. Beide Parteien wollen sich nun zu Beratungen zurückziehen.
  • Seit dem Wahlsonntag hatten hohe CSU-Vertreter betont, eine Koalition mit den Freien Wählern zu bevorzugen.

Von Bernhard Hiergeist und Lisa Schnell

Die ersten Sondierungsgespräche zwischen CSU und den bayerischen Grünen sind laut Aussagen der Beteiligten sehr "intensiv, aber freundlich" geführt worden. Ministerpräsident Markus Söder (CSU) sagte bei der abschließenden Pressekonferenz, es habe ein konstruktives Gespräch "in einer menschlich angenehmen Atmosphäre" stattgefunden. "Wir haben manche Gemeinsamkeit festgestellt, aber auch Trennendes", sagte Söder. Alle hätten ein Interesse an einem stabilen Bayern. "Aber wir setzen unterschiedliche Akzente."

Wie es weitergehe, ob sich also die CSU für eine Koalition mit den Grünen entscheidet, müsse man nun in den Parteigremien diskutieren. "Wir werden morgen entscheiden, welchen Weg wir weitergehen", sagte Söder. Am Vormittag hatten sich Vertreter der CSU bereits mit den Freien Wählern zu ersten Sondierungsgesprächen getroffen.

Die Grünen-Spitzenkandidatin Katharina Schulze lobte die respektvolle Atmosphäre. "Wir als zweitstärkste Kraft in diesem Land haben den Änderungswunsch der Bürger auf den Tisch gelegt", sagte Schulze. Man habe grüne Themen wie Nachhaltigkeit "nach vorne gestellt". Co-Spitzenkandidat Ludwig Hartmann sah eine Einigkeit, "das Beste für das Land zu machen."

Man habe über die Idee geredet, das Beste aus beiden Welten zusammenzubringen, sagte Hartmann. Natürlich sei man aber auch auf gewaltige Schwierigkeiten gestoßen. "Selbst bei klassischen grünen Umweltthemen haben wir gemerkt, dass durchaus gewisse Gräben zu überwinden wären". Schulze sagte, man wolle die Gespräche nun Revue passieren lassen und besprechen, bevor man zu einer Entscheidung komme.

CSU favorisiert Koalition mit Freien Wählern

Für die CSU nahmen neben Söder die bisherigen Minister Ilse Aigner (Wohnen, Bau und Verkehr), Joachim Herrmann (Inneres und Integration) sowie Albert Füracker (Finanzen), Fraktionschef Thomas Kreuzer und Generalsekretär Markus Blume an dem Treffen teil. Bei den Grünen saßen neben Schulze und Hartmann die Landeschefs Sigi Hagl und Eike Hallitzky sowie die Bundestagsabgeordneten Claudia Roth und Toni Hofreiter mit am Tisch, dazu der Miltenberger Landrat Jens-Marco Scherf und die Augsburger Fraktionsvorsitzende Martina Wild.

Die Grünen sind mit 38 Abgeordneten nun die zweitstärkste Kraft im Landtag, die Freien Wähler kommen auf 27 Abgeordnete. Die CSU hätte sowohl mit den Freien Wählern als auch mit den Grünen eine absolute Mehrheit im Maximilianeum. Ministerpräsident Söder und Parteichef Horst Seehofer hatten in den vergangenen Tagen aber mehrfach betont, dass sie wegen der inhaltlichen Nähe eine Koalition mit den Freien Wählern bevorzugten.

© SZ.de/bhi/ebri
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