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Sonderzahlung für Pflegekräfte:Eine richtige Geste, aber keine Lösung

Grüner Plan zur Corona-Krise: Zulagen für Helfer

Eine Krankenschwester prüft ein Beatmungsgeräte in einem Zimmer auf der Intensivstation.

(Foto: dpa)

500 Euro Bonus gibt es für sie aus dem Staatshaushalt - eine gute Entscheidung von Bayerns Ministerpräsident. Die grundsätzlichen Probleme für Pflegerinnen und Pfleger sind damit aber nicht verschwunden.

Kommentar von Katja Auer

Bayern zahlt seinen Pflegekräften einen Bonus von 500 Euro. Das hat Ministerpräsident Markus Söder angekündigt, natürlich als Erster in Deutschland. Eine Anerkennung in Corona-Zeiten soll die Zahlung sein, steuerfrei und aus dem Staatshaushalt, "vorläufig einmalig", Wiederholung also nicht ausgeschlossen.

Es ist eine Geste, eine schöne und gute, die freilich nichts an den grundlegenden Problemen ändert: Den Pflegekräften fehlt es an Schutzkleidung. Auch wenn immer mehr Firmen Masken herstellen, ist der Nachschub längst nicht gesichert. Das Personal in Krankenhäusern und Pflegeheimen ist knapp und die Belastung hoch.

So war es schon vor der Corona-Krise, und wenn nun Pflegerinnen und Pfleger ausfallen, ist ihre Arbeitskraft umso schwerer zu ersetzen. Der Verdienst ist noch immer zu gering, auch wenn Menschen in Pflegeberufen gerade endlich mehr Anerkennung bekommen und täglich Leute vom Balkon klatschen. All das muss gelöst werden, damit Pflegeberufe auch für Menschen attraktiv werden, die nicht nur von Idealismus getrieben sind.

Söders Geste ist dennoch richtig. 126 Millionen Euro lassen sich in Bayerns Haushalt problemlos verbuchen. Der Akzeptanz der Bevölkerung kann sich Söder sicher sein. Und eine Geste wirkt in diesen Zeiten durchaus positiv.

© SZ vom 06.04.2020/infu
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