Protest aus BayernIn spätestens fünf Jahren: Söder droht mit Ausstieg aus Länderfinanzausgleich

Findet, Bayern habe inzwischen genug Solidarität gezeigt: Ministerpräsident Markus Söder (CSU).
Findet, Bayern habe inzwischen genug Solidarität gezeigt: Ministerpräsident Markus Söder (CSU).
Peter Kneffel/dpa

Bayern zahlt mit großem Abstand am meisten in den Ländertopf – alleine heuer schon sechs Milliarden Euro. „Das machen wir nicht mehr mit“, sagt der Ministerpräsident.

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Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat den Ausstieg seines Bundeslandes aus dem Länderfinanzausgleich spätestens in fünf Jahren angedroht. „Wir bleiben dabei: Wir klagen weiter“, sagte Söder nach einer Kabinettssitzung in München. „Und wenn es keine Einigung mit den Ländern gibt, wird dieser Finanzausgleich – leider erst zum Ende des Jahrzehnts – definitiv gekündigt. Das machen wir nicht mehr mit.“

Die Zahlungen Bayerns in den Ländertopf hätten Rekordniveau erreicht. Sechs Milliarden Euro im halben Jahr müsse der Freistaat berappen. „Das haben wir noch nie gehabt“, sagte Söder. Er sprach von „unverschämten Höchstlagen“. Bayern hatte bereits im  Jahr 2023 eine Klage beim Bundesverfassungsgericht angestrengt.

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Nach offiziellen Zahlen hat Bayern in den ersten sechs Monaten bereits 6,672 Milliarden Euro überwiesen, gefolgt von Baden-Württemberg mit 2,155 Milliarden Euro und Hessen mit 2,039 Milliarden Euro. Als viertes Geberland taucht mit 312 Millionen Euro die Hansestadt Hamburg in der Statistik auf. Bayern liegt nach Regierungsangaben um zwei Milliarden Euro über dem Vorjahreswert zum vergleichbaren Zeitpunkt.

Spitzenreiter bei den Nehmerländern ist Berlin mit 2,028 Milliarden Euro, gefolgt von Sachsen mit 1,919 Milliarden Euro und Thüringen mit 1,161 Milliarden Euro. Der Finanzausgleich hat insgesamt ein Volumen von mehr als elf Milliarden Euro. Vier Geberländern stehen derzeit zwölf Nehmerländer gegenüber.

Bereits vor einigen Tagen hatte Bayerns Finanzminister Albert Füracker (CSU) auf grundlegende Änderungen bei dem Verteilsystem gedrängt. „Auch wenn auf Basis von zwei Quartalen keine Hochrechnung für ganz 2025 seriös möglich ist: Die aktuelle Entwicklung ist wirklich höchst besorgniserregend. Es kann so nicht weitergehen“, sagte der Finanzminister.

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