Psst, diese Sache muss jetzt wirklich vertraulich bleiben! Speziell die sogenannte Junge Gruppe der mittelalten Unionsabgeordneten im Bundestag darf davon nichts erfahren. Wo sie doch schon dieses Rentenpaket geschluckt haben. Aber eigentlich weiß eh kaum einer, dass es neben den normalen Früh- bis Regelruheständlern ab 65 Jahren auch noch eine Art Premium-Senioren gibt. Jedenfalls in den drei bayerischen Skigebieten am Sudelfeld, am Spitzingsee und am Brauneck.
Dieser „Alpen-plus“-Verbund hängt das selbst nirgendwo in Form von Preislisten an die große Glocke. Aber Menschen ab 80 können dort noch einmal deutlich günstiger zu Tal brettern als jene Jungsenioren, die für den Tagespass je nach Gebiet 48 oder 50 Euro zahlen – und damit lediglich drei Euro weniger als Erwachsene im einschlägigen Erwerbsalter. Dagegen wurden mit 80+ für einen Tag auf der Piste bis neulich nur sieben Euro fällig. Aber damit ist jetzt Schluss, denn etliche dieser zuletzt 1700 rüstigen Rabattrentner pro Saison haben den Bogen überspannt. Statt ermäßigt Ski zu fahren, haben sie anscheinend allzu oft einfach nur günstig geparkt.

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So berichtet es Alpen-plus-Chefin Antonia Asenstorfer, ursprünglich auf Anfrage eines ebenfalls entsprechend rüstigen Lokalreporters der Tegernseer Zeitung. Dass Ausflügler auf ihren Plätzen parken, ohne einen Pass für ihre Pisten zu kaufen, hatte die Alpen-plus-Leute schon lange geärgert. Also haben sie vor einer Weile saftige Parkgebühren eingeführt, inzwischen sind das immerhin 15 Euro.
Gar nichts kostet das Parken an Sudelfeld, Spitzingsee und Brauneck hingegen all diejenigen, die für den Tag einen Skipass kaufen – und sei es nur so ein Superseniorenschnäppchenskipass für schlanke sieben Euro. Und so haben offenbar etliche besonders sparsame Mitglieder der Zielgruppe genau gerechnet, einen solchen Skipass gekauft und damit für weniger als den halben Preis geparkt. Und dann haben sie, ohne weitere Umsätze zu machen, eine Spazierrunde um den Spitzingsee gedreht oder haben am Brauneck nicht die teuren Skipisten befahren, sondern nur die deutlich günstigeren gemeindlichen Langlaufloipen unten im Tal.
Das, sagt Asenstorfer, sei aber „nicht im Sinne des Erfinders“, nämlich die anhaltende Sportlichkeit der stammkundigsten Skifahrer zu würdigen. Deshalb wurde der Preis für den Superseniorenskipass jetzt der Erwerbstätigen-Parkgebühr von 15 Euro angepasst. Für alle, die alt genug sind, ist im nun leider mehr als verdoppelten Preis fürs Parken bei Bedarf aber immer noch ein Skipass enthalten. Und die Junge Gruppe kann den derart verdienten Skisenioren sowieso den Buckel runterrutschen.

