Ski-Opening-PartysSki Aggu und „Backstreet Boys“: Diese Stars eröffnen die Wintersaison in Österreich

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Strahlende Wintersonne, knirschender Schnee: Wie hier auf der Zugspitze sieht ein perfekter Skitag aus.
Strahlende Wintersonne, knirschender Schnee: Wie hier auf der Zugspitze sieht ein perfekter Skitag aus. (Foto: Angelika Warmuth/dpa)

Die Skilifte laufen an. In Österreich feiert man das mit einem beachtlichen Aufgebot an Popstars von DJ Ötzi über Cro und „Seiler und Speer“ bis Rita Ora. Der große Überblick.

Von Thomas Becker

Alle Jahre wieder heißt es im November für Freunde des Skisports: Je kürzer die Tage werden, desto länger wird die To-do-Liste: Winterreifen aufziehen, Ski-Klamotten aus dem Keller nach oben räumen, die Latten zum Wachsen und Kantenschleifen geben, und dann noch flugs eine Bank überfallen, um sich auch einen Skipass leisten zu können. War natürlich nur ein Scherz, aber dass, wer Skifahren will, tief in die Tasche greifen muss, ist ja leider nichts Neues.

Los geht’s am Sonntag, 23. November, wenn am Söllereck bei Oberstdorf der erste deutsche Lift anläuft. Am Freitag kommender Woche startet dann der Betrieb auf der Zugspitze, das tiefer gelegene Garmischer Classic-Gebiet soll von 13. Dezember an bereit sein, ebenso wie die Pisten am Brauneck bei Lenggries. Eine Woche zuvor will man am Spitzing loslegen: 6. Dezember. Sudelfeld und Wendelstein folgen am 12. Dezember und das Nebelhorn im Allgäu am Tag darauf. All das geschieht ohne großes Brimborium, ohne spektakuläres Ski-Opening-Show-Programm. Bei den Nachbarn in Österreich sieht das traditionell etwas anders aus. Da werden zusätzlich zum Schneekanonen-Weiß noch zahlreiche Showstars eingeflogen. Ein Überblick.

Obertauern

Hier waren schon die Beatles zu Gast, vor 60 Jahren im März 1965, eine Woche lang, um ein paar fröhliche Schneeszenen für ihren legendären Film „Help“ zu drehen. Skifahren konnten die Pilzköpfe natürlich überhaupt nicht, bis auf John Lennon, der zumindest nicht zum ersten Mal auf Skiern stand. Doubles aus der örtlichen Skischule sprangen für die Ski-Szenen ein, aus dem Hotel Marietta wurde ein Klavier hoch in die Schneelandschaft geschafft, als Fotomotiv für die Fab Four.

Noch heute kann man im Hotel Edelweiß in der Römerstraße das „Beatles-Zimmer“ buchen. Ob es irgendwann auch mal eine Seiler-und-Speer-Suite geben wird? Wer weiß. Die beiden Österreicher bestreiten jedenfalls heuer das Ski-Opening im Zentrum von Obertauern: am Freitag, 28. November. Tickets gibt’s ab 69 Euro; wer den beiden im beheizten VIP-Zelt bei Speis und Trank lauschen mag, muss 290 Euro investieren. Eine Woche später am 5. Dezember ist dann an gleicher Stelle das gefeierte Austropop-Duo Edmund am Start.

Ischgl

Mut zum alternativen Konzertort: Rita Ora singt auf dem großen Parkplatz der Silvretta-Seilbahn.
Mut zum alternativen Konzertort: Rita Ora singt auf dem großen Parkplatz der Silvretta-Seilbahn. (Foto: Hayley Louisa Brown)

Angefangen hatte alles mit Elton John. Am 30. April 1995 trat der Brite mit randloser Brille und gewandet in einen schwer nach Plastik aussehenden Anzug zum Abschluss der Skisaison oben auf der Idalp auf, mitten im Skigebiet – damals eine ungläubig bestaunte Weltsensation, dieses Top-of-the-Mountain-Konzert. Im Jahr darauf folgte Tina Turner, und sehr viel kleiner wurden die Namen auch in den kommenden Jahrzehnten kaum.

Am 29. November, zwei Tage nach Öffnung des Skigebiets, ist nun von 18 Uhr an die britische Sängerin Rita Ora zu Gast, allerdings nicht mehr oben im Skigebiet, sondern unten im Tal, auf dem großen Parkplatz der Silvretta-Seilbahn. Der Tagesskipass gilt als Ticket für das Konzert und kostet stolze 95 Euro, Jugendliche unter 17 Jahren zahlen 60 Euro. Zum Saisonschluss im April treten dann noch Robin Schulz, Ben Zucker, Beatrice Egli und Christina Aguilera auf.

Saalbach/Hinterglemm

Im vergangenen Februar hat man hier zu Füßen des Schattbergs zwei Wochen lang eine stimmungsvolle Ski-Weltmeisterschafts-Feier veranstaltet, nun geht es beim elften Bergfestival vom 5. und 6. Dezember ganz schön musikalisch zu, mit Marteria, H-Blockx, Donots, Sondaschule, Blackout Problems, Turbobier, Brew Berrymore sowie den DJs Arnim Teutoburg-Weiss und Dennis Concorde. Das Motto der Veranstalter: „Laut und wild! Gaudi pur! Ob fette Riffs auf der Mainstage, eskalierende Partys im Stadl, magische Momente auf der Berg-Bühne oder Nächte ohne Ende in den Clubs.“ Tagestickets gibt’s ab 79,50 Euro, das Festival-Ticket für beide Tage kostet 139 Euro.

Schladming

Das sollten sie einem wert sein: Für die „Backstreet Boys“, hier bei einem Konzert in London, gibt es noch  VIP Diamond Tickets für 500 Euro.
Das sollten sie einem wert sein: Für die „Backstreet Boys“, hier bei einem Konzert in London, gibt es noch  VIP Diamond Tickets für 500 Euro. (Foto: Mark Humphrey / dpa)

Im vergangenen Jahr waren die Superstars Bryan Adams, Sting und Simply Red da, und auch heuer lässt man sich in der Tourismusregion Dachstein wahrlich nicht lumpen und präsentiert den Fans am 6. und 7. Dezember die Backstreet Boys, die Pop-Helden der Neunzigerjahre. Es ist das erste Europakonzert der Band seit sechs Jahren. Konzertveranstalter ist Klaus Leutgeb, der die Bühne im Planai-Stadion am Fuß der Schladminger Weltcup-Piste ähnlich gigantisch dimensionieren will, wie bei der Konzertreihe von Adele im vergangenen Jahr am Münchner Messegelände in Riem. Die Einzeltickets und auch die Packages sind jedoch schon ausverkauft; verfügbar sind nur noch 500 Euro teure VIP Diamond Tickets (exklusive Sitzplätze mit Galadinner und Rundum-Service) und Hohenhaus Tenne Special Cards für 350 Euro (mit Zugang zu den Balkonen, mit bestem Blick und witterungsgeschütztem Komfort).

Flachau

Partyprofi DJ Ötzi macht Stimmung in Flachau.
Partyprofi DJ Ötzi macht Stimmung in Flachau. (Foto: Bodo Schackow / dpa)

Nur 30 Kilometer westlich von Schladming steigt am gleichen Wochenende in Flachau, der Heimat des „Herminators“ Hermann Maier, ein anderes musikalisches Großereignis: das zweitägige Winter Opening mit einem gewissen Andreas Gabalier sowie DJ Ötzi und weiteren Stimmungsmachern. Das Programm für den geneigten Ski- und Musikfreund: am Samstag tagsüber skifahren und gratis Ski-Test (an der Bergstation Achter-Jet), bis 14.30 Uhr Hüttengaudi beim Waldgasthof und der Kogelalm, bevor der Volks-Rock’n’Roller um 20 Uhr die Hauptbühne betritt. Stehplätze kosten 79 Euro, die besten Plätze direkt vor der Bühne noch mal zehn Euro mehr.

Am Tag darauf ist dann DJ Ötzi dran, der unterstützt wird von der Woodstock Allstar Band. Kostenpunkt: 49 Euro beziehungsweise 69 Euro für die Kategorie Front of Stage. Das Kombi-Ticket für beide Tage schlägt mit 124 Euro zu Buche (Front of Stage: 152 Euro). Kostenlose Shuttlebusse aus den Nachbarorten stehen zur Verfügung.

Bad Hofgastein

Ob drinnen, draußen oder überhaupt: Es gibt Ski Aggu nicht ohne Skibrille.
Ob drinnen, draußen oder überhaupt: Es gibt Ski Aggu nicht ohne Skibrille. (Foto: Robert Haas)

Früher kam man wegen der zahlreichen Thermalquellen, der Gasteiner Heilstollen und der Felsentherme Gastein zu Besuch. Prachtvolle Hotelgebäude legten Zeugnis ab von der Attraktivität des schönen Gasteinertals – bis irgendwann die Gäste ausblieben und die ganze Pracht allmählich verfiel. Tempi passati: Bad Hofgastein ist längst wieder in, oft gebuchte Filmkulisse und geradezu ein Muss für Hipster jedweder Provenienz.

Dementsprechend fällt auch das Line-up von „Gastein Sounds“ am 12. und 13. Dezember an der Talstation der Schlossalmbahn aus: Ski Aggu, SDP und Ikkimel am Freitag, Cro und Bella am Samstag sowie Frittenbude und die DJs Slashy Disco, Zarr und Rudy MC im Rahmenprogramm – keine so ganz schlechten Namen für eine Premiere in Sachen Ski-Opening. Die Tagestickets kosten zwischen 83 und 98 Euro, für die Kombi-Package aus zwei Konzerten und Zwei-Tage-Skipass muss man 188 Euro zahlen.

Hochzeiger

Ein Skigebiet, an dem viele vorbeirauschen, auf dem Weg zum Pitztaler Gletscher. Dabei lohnt sich ein Abstecher nach Jerzens schon, nicht nur wegen der meist nach Westen Richtung Sonnenuntergang ausgerichteten Skipisten. Am 13. Dezember lockt hier an der Mittelstation der Bergbahn das Hochzeiger Open Air mit Seiler und Speer und deren Mischung aus Schmäh, Gefühl und unwiderstehlichen Ohrwürmern wie „Ham kumst“ aus dem Jahr 2015. Die beiden Österreicher spielen von 14 bis 15.30 Uhr, und wer seine Skier dabeihat, kann sich danach noch auf eine rassige Talabfahrt freuen. Der Eintritt zum Konzert ist mit einem 43 Euro teuren Bergbahnticket kostenlos, mit Skipass werden 63 Euro aufgerufen.

St. Anton

Mit den ganz großen Namen aus Rock und Pop kann und will die sogenannte Wiege des Skisports am Arlberg zwar nicht aufwarten, aber so ganz ohne Festival wollte man auch hier nicht in den Ski-Winter starten, und so markiert nun das dreitägige Festival namens „Stanton Ski Open“ vom 5. bis 7. Dezember den offiziellen Start in die Saison.

Geboten werden Ski- und Snowboard-Test, das Arlberg Safety Camp mit Fokus auf Off-Piste-Sicherheit, Live-Musik auf drei Bühnen, Foodtrucks sowie als musikalischer Höhepunkt der Auftritt der Schweizer Gute-Laune-Band Fäaschtbänkler am Sonntag im Veranstaltungszentrum Arlberg Wellcom. Tickets gibt es für 69 Euro. Stammgäste haben derweil aber längst schon den anderen Höhepunkt im St. Antoner Ski-Jahr in den Kalender eingetragen: den Weißen Rausch, jenes legendenumwehte Saisonabschlussrennen vom Valluga-Grat hinab ins Tal, diesmal am 18. April.

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