bedeckt München 27°

Skandal um Bayern-Ei:Helfen Sie uns, Käfigeier zu finden

Faule Eier

Eier mit einem Stempel der Firma Bayern-Ei, die es in einem bayerischen Supermarkt zu kaufen gab.

(Foto: Jakob Michael Berr)

Käfigeier soll es in bayerischen Geschäften gar nicht geben - das zumindest hat das Verbraucherschutzministerium behauptet. Stichproben ergeben aber etwas anderes. Wie verbreitet sind Käfigeier in Bayern wirklich?

In der Bayern-Ei-Affäre hatte sich Verbraucherschutzministerin Ulrike Scharf (CSU) klar positioniert: Die bayerischen Behörden hätten alles richtig gemacht, eine Gefahr für Bayern Bürger habe nie bestanden - vor allem aber habe man die Verbraucher nicht warnen müssen. Der Münchner Merkur zitierte Ulrike Scharf mit der Aussage, Käfigeier seien "bei uns" - gemeint war offenkundig der Freistaat Bayern - "nicht im Einzelhandel zu kaufen."

Ihr Sprecher setzte in einem Schreiben an die Süddeutsche Zeitung und den Bayerischen Rundfunk zunächst noch eines drauf: Während des europaweiten Salmonellenausbruches im Sommer 2014 habe man die Verbraucher selbst nach mehreren Salmonellenfunden bei der Firma Bayern-Ei nicht öffentlich warnen können - "insbesondere deshalb, weil die Firma nur Käfigeier produziert, die bei uns im Einzelhandel nicht vertrieben werden." Am Mittwochnachmittag ruderte ihr Sprecher zurück, die Aussage der Ministerin bedürfe "der Einschränkung und Präzisierung". Denn tatsächlich "waren und sind in Bayern auch Käfigeier erhältlich".

Offen bleibt die Frage, wie weit verbreitet Käfigeier in bayerischen Geschäften sind.

Dazu muss man wissen: Eier der Handelsklasse A - also jene Eier, die in Supermärkte geliefert werden - müssen in der Europäischen Union gekennzeichnet werden. Auf jedes Ei ist ein zehnstelliger Code gedruckt, anhand dessen man die genaue Herkunft herausfinden kann. So steht etwa der Code 3-DE-0920431 für den Bayern-Ei-Standort in Aiterhofen, 3-DE-0920411 für Bayern-Ei in Ettling und 3-DE-0920441 für den Stall in Aholming. Käfigeier erkennt man ganz einfach: an der "3" am Beginn des Codes.

SZ, BR und der Verein "Soko Tierschutz" haben bei Stichproben in mehreren bayerischen Supermärkten Käfigeier gefunden, darunter auch Eier der Firma Bayern-Ei - Eier, die es laut der bisherigen Aussage des bayerischen Verbraucherschutzministeriums dort gar nicht geben dürfte. Um das ganze Ausmaß abzuschätzen, setzen wir auf die Hilfe unserer Leser: auf Sie.

Haben Sie Eier mit einem Code, der mit einer 3 beginnt, in bayerischen Geschäften gesehen oder gar gekauft? Dann nehmen Sie sich doch bitte die Zeit, uns ein paar Fragen zu beantworten:

© SZ.de/infu

Lesen Sie mehr zum Thema

Zur SZ-Startseite