Skandal in Herzogau Schließung der Hundeschule gefordert

Nachdem Bekanntwerden von Alkoholexzessen und sexuellen Demütigungen in der Hundeschule Herzogau fordert die Polizeigewerkschaft Konsequenzen.

Nach den schweren Anschuldigungen gegen Ausbilder der Diensthundeschule im oberpfälzischen Herzogau fordert die Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG) die Schließung der Einrichtung. Diese Schule müsse sofort geschlossen werden, sagte der DPolG-Bundesvorsitzende Rainer Wendt dem Nachrichtensender N24. Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann (CSU) sei jetzt aufgefordert, "auch Zeichen zu setzen, dass das geschieht".

In der Polizeihundeschule Herzogau sollen Frauen sexuell gedemütigt worden sein.

(Foto: Foto: ddp)

In einem anonymen Brief war Ausbildern der Polizeihundeschule unter anderem vorgeworfen worden, junge Beamtinnen bei Abschlussfeiern sexuell erniedrigt zu haben. Auch von neonazistischen Umtrieben und Tierquälerei war in dem Schreiben die Rede.

Wendt betonte, die Vorwürfe seien so detailliert und auch so differenziert, "dass man leider nicht wird annehmen können, dass alles frei erfunden ist". Die Gewerkschaft fordere die 360 Hundeführer, die in den vergangenen Jahren an der Schule gewesen seien, dazu auf, "auszupacken, alles auf den Tisch zu legen, was sich dort ereignet hat".

Wendt zufolge war die Schule noch nie geeignet, eine zentrale Hundeausbildung durchzuführen. Die baulichen Zustände seien katastrophal. "Das ist keine Entschuldigung für solche Vorfälle. Aber sie begünstigen natürlich auch schlimme Entwicklungen in einer Gruppe", sagte er.

Die Staatsanwaltschaft will die Vorwürfe gegen Ausbilder der bayerischen Polizeihundeschule Herzogau schnell aufklären. Die Regensburger Anklagebehörde beauftragte die Kriminalpolizei mit der Untersuchung der in einer anonymen Anzeige geschilderten Vorfälle und der Befragung von Polizeibeamten.

Die Vorermittlungen würden einige Tage dauern, sagte der Leitende Oberstaatsanwalt Günther Ruckdäschel: "Ich rechne damit, dass wir spätestens Anfang nächster Woche ein Ergebnis haben."

Die SPD will die Vorwürfe unterdessen bereits in der kommenden Woche im Plenum des Bayerischen Landtags diskutieren.