JahreswechselWie man das neue Jahr garantiert verhext

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Darstellerin einer Hexe mit ihrer Maske während der Zeit der Rauhnächte im Bayerischen Wald.
Darstellerin einer Hexe mit ihrer Maske während der Zeit der Rauhnächte im Bayerischen Wald. (Foto: Sebastian Beck)

Im alten Jahr ist nichts mehr zu retten, also muss das neue möglichst gut losgehen. Nur wie? Wünsche verbrennen? Nur wann? Ein paar Gedanken zum Jahresende.

Glosse von Deniz Aykanat

Zum Jahreswechsel will man ja noch mal alles richtig machen. Oder zumindest ein bisschen was retten. Wie war das also mit den Rauhnächten? Man weiß zwischen den Jahren eh nicht mehr, welcher Wochentag gerade ist. Oder welches Jahr. Und ob die eine bescheuerte Sache dieses Jahr oder doch schon 2024 passiert ist.

Zeit also, sich zu erinnern, das Jahr zu sortieren. Dafür sind diese Rauhnächte doch da. Oder? Also das alte Jahr loslassen und das neue willkommen heißen. Kurze, total fundierte Google-Recherche. Mehr Unklarheiten. Doch lieber die Freundin fragen, die Expertin fürs Kosmische. So geht das: 13 Wünsche soll man aufschreiben, zwölf verbrennt man ab dem 25. Dezember, den 13. lässt man übrig, um den kümmert sich das Universum. Oder so. Blick in den Kalender, weil, wie gesagt, man bewegt sich außerhalb von Raum und Zeit seit man an Heiligabend den ersten Berg Geschenkverpackung zur Papiertonne geschleppt hat.

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Mist! Zu spät. Mist! Mist! Mist. Wie oft darf man Mist schreiben, bis man das neue Jahr verhext hat? Und was jetzt? War’s das jetzt mit 2026? Alter 2025-Ballast geht mit und gute Wünsche für 2026 hat man verpasst?

Wieder die Freundin fragen. Erleichterung. Es ist noch nicht zu spät. Einfach alles reinschreiben in einen Brief. Abschied nehmen, von irgendwas, Wünsche fürs neue Jahr festhalten. Und das Ding dann in der Silvesternacht verbrennen. Aber so richtig unkompliziert ist das jetzt auch nicht. Denn erstens: Was ist noch mal alles im Jahr 2025 passiert? Und wovon will man, dass es 2026 passiert? Oder auf gar keinen Fall? Darf man Verneinungen in den Brief schreiben? Oder sind das dann zu negative Vibes, mit denen man ins neue Jahr geht? Verwirrend.

Aber das Schwierigste: Man muss nun auch wieder pyrotechnisch aktiv werden. Um Mitternacht. Wie soll das gehen? Man hat die letzten acht Silvester schlafend auf der Couch verbracht, während Florian Silbereisen im Fernseher etwas trällerte. Manchmal war es auch Helene Fischer. Aus Versehen all das natürlich. Als man sich auf die Couch setzte, lief noch Arte mit dem Silvester-Konzert vom Dings-Orchester. Echt! Ehrenwort!

Also, was tun? Wecker stellen und das Ding mit einer Silvesterrakete in den Himmel jagen. Geht das? Dürfen die alten Sorgen und die neuen Wünsche explodieren statt zu verbrennen? Klingt irgendwie verboten. Und man hatte den Nachwuchs doch gerade wochenlang mehr oder weniger pädagogisch wertvoll vom Zündeln abgehalten.

Letzte Chance an Heiligdreikönig, sagt die Freundin. Heimlich dann, wenn die Kinder schlafen. Aber was wünscht man sich jetzt eigentlich? Und was war noch mal? Ach egal jetzt. Zu spät, zu spät. Meldet man sich halt doch einfach im Fitnessstudio an, wie jedes Jahr. Und geht dann nicht hin.

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