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Aschaffenburg:Mitarbeiterin einer Sicherheitsfirma stiehlt Millionen

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Das Geld verschwand einfach unter dem Schreibtisch der mutmaßlichen Täterin.

(Foto: dpa)

Und das trotz der ausgefeilten Technik, mit der das Unternehmen aus Aschaffenburg für sich wirbt. Die Frau hat es sich ganz einfach gemacht.

Am Untermain gibt es ein Unternehmen, das einem ein wohliges Gefühl zu vermitteln vermag. Man will sein Hab und Gut sichern? Gar kein Problem: Geboten wird "modernste Sicherheitstechnik", die Gefahren frühzeitig erkennt und umgehend meldet. Man sorgt sich um ein Objekt? Da kann man nun wirklich ganz beruhigt sein: Engagierte Mitarbeiter stehen bereit, "jederzeit bei Tag und Nacht". Am sichersten aber dürfen sich Geldinstitute fühlen. Genau dafür gibt es ja "gepanzerte Fahrzeuge mit moderner Kommunikations- und Sicherungstechnik", die Geldtransporte zur todsicheren Sache machen.

Es wäre nun hinterhältig, diese Panzerwagen in Frage zu stellen, dafür besteht absolut kein Anlass. Und doch droht das Narrativ von der maximal ausgefeilten Sicherheitstechnik gerade eine winzige Macke zu erleiden. Kaum nennenswert, aber doch ein wenig ärgerlich vielleicht.

Es ist so: Vor dem Landgericht Aschaffenburg muss sich dieser Tage eine 52 Jahre alte Mitarbeiterin des besagten Unternehmens wegen Diebstahls verantworten. Was sie laut Anklageschrift getan haben soll, klingt so unfassbar ausgefeilt, dass auch der abgezockteste Sicherheitsstratege da nicht die Spur einer Chance haben konnte.

Die Frau, eine professionelle Geldzählerin, soll einen Schlüssel aus einer unverschlossenen Schublade entnommen, dann Geldbündel aus den Gitterwagen im Tresor an sich gebracht und das Geld schließlich - was für ein Tatplan - unterm Schreibtisch (!) in einen mitgebrachten neongelbgrünen Rucksack gestopft haben und damit um Punkt 12 Uhr mittags, Schichtende, aus der Firma spaziert sein. Mit 2,89 Millionen Euro im handelsüblichen Sportrucksack.

Die Frau hätte eigentlich sogenanntes Poolgeld zählen sollen, mit dem Bankautomaten aus dem Rhein-Main-Gebiet bestückt werden. Stattdessen steckt sie das Geld - allein 2,49 Millionen von der HypoVereinsbank - einfach so in ihren Rucksack! So was lässt sich nicht verhindern, das ist völlig klar. Die Frau ging dann übrigens zur Polizei, sagte, sie habe wohl Mist gebaut; dort aber wurde sie erst mal nicht so richtig für voll genommen. Hört sich ja auch zu abgefeimt an. Der Rucksack ist seither verschollen, das Geld auch. Am Freitag wird das Urteil erwartet.