Sexueller Missbrauch Mönch aus Ettal angeklagt

Ein Mönch des Benediktinerklosters Ettal soll Kinder sexuell missbraucht haben. Die Staatsanwaltschaft München hat nun Anklage erhoben.

Die Staatsanwaltschaft München hat nach einem Medienbericht gegen einen Mönch des Benediktinerklosters Ettal Anklage wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern erhoben. Bei dem Angeklagten handele es sich um einen Benediktinerpater, der 2005 aus dem oberbayerischen Kloster nach Sachsen versetzt worden sei, berichtete die Frankfurter Allgemeine Zeitung.

Die Staatsanwaltschaft München hat Anklage gegen einen Mönch des oberbayerischen Benediktinerklosters Ettal erhoben. Er soll Kinder sexuell missbraucht haben.

(Foto: dpa)

Der Verteidiger des Benediktiners zeigte sich gegenüber der Zeitung von der Unschuld seines Mandanten überzeugt. Der Geistliche, der auch am Klostergymnasium unterrichtete, geriet dem Bericht der FAZ zufolge vor seiner Versetzung nach Sachsen in den Verdacht sexueller Verfehlungen.

Als diese sich in einer internen Untersuchung angeblich nicht bestätigten und auch ein renommierter Psychiater den Geistlichen entlastete, sei er wieder mit Aufgaben in der Seelsorge betraut worden. Der Missbrauchsbeauftragte der Erzdiözese München und Freising erfuhr von den Vorgängen den Angaben zufolge erst im Februar 2010. Der Münchner Erzbischof habe Abt und Schulleiter daraufhin zum Rücktritt gedrängt.

Der Vatikan habe indes keine Anzeichen für ein Fehlverhalten der Oberen gesehen und sie umgehend rehabilitiert. Der Missbrauchsskandal hatte seinen Anfang im Januar 2010 mit Enthüllungen am Berliner Jesuitengymnasium Canisius-Kolleg genommen. Der Schulleiter des Kollegs, Pater Klaus Mertes, machte Berichte über sexuelle Übergriffe zweier Patres in den siebziger und achtziger Jahren öffentlich.

Seitdem meldeten sich Hunderte ehemalige Schüler, die von Gewalt an katholischen Schulen und auch weltlichen Internaten berichteten. Mit dem Skandal befasst sich seit April ein von der Bundesregierung eingesetzter runder Tisch aus Vertretern von Schulen, Kirchen und Opferverbänden.