Auch Markus Söder fühlte sich lange als Kronprinz, dann kam die Weihnachtsfeier - und Seehofer erklärte den anwesenden Journalisten: Sein Finanzminister sei "vom Ehrgeiz zerfressen", habe gar "charakterliche Schwächen", leiste sich "zu viele Schmutzeleien". Nun ist auch Söder Superminister. Sein Finanzministerium wird aufgewertet, der 46-Jährige ist nun auch für die Digitalisierung in Bayern zuständig. Bisher lagen die Kompetenzen dafür ausgerechnet im Wirtschaftsressort - ein kleiner Triumph gegenüber Aigner. Söder studierte Jura, volontierte beim Bayerischen Rundfunk und begann seine politische Karriere als Landesvorsitzender der Jungen Union. Es folgten das Amt des Generalsekretärs, das Ministerium für Europaangelegenheiten und das für Umwelt und Gesundheit - bis der gebürtige Nürnberger Söder im November 2011 Finanzminister wurde. Zum Digitalen erhält der Franke eine weitere Aufgabe: Er soll künftig das Heimatministerium führen, das Seehofer neu schaffen will.

Für die neuen Aufgaben bekommt er auch personelle Unterstützung. Albert Füracker, 45, Landwirt aus dem oberpfälzischen Degerndorf, Vater von vier Kindern, seit 2008 im Landtag und bisher Chef des Agrarausschusses, wird Staatssekretär für Heimat - und damit auch in Nürnberg seinen Dienstsitz haben. Sein Traumjob wäre zwar der des Agrarministers gewesen, doch Füracker arbeitet sich schnell in neue Sachverhalte ein, er kann reden und ist auch in der Opposition angesehen. Manchem ist er aber etwas zu forsch. Und in seiner CSU haben sie genau registriert, dass er, wann immer möglich, die Nähe zu Horst Seehofer sucht. Neben Füracker wird auch Johannes Hintersberger neuer Finanzstaatssekretär. Der Augsburger CSU-Bezirksvorsitzende ist 59 Jahre alt. Er verdankt seine Berufung unter anderem dem Regionalproporz.

Bild: dpa 9. Oktober 2013, 15:502013-10-09 15:50:11 © Süddeutsche.de/afis/infu/tba/rus