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Schweinfurter Abi-Desaster:Privatschule gibt Schülern Mitschuld

Gesamter Jahrgang fällt beim Fachabi durch

Der Eingang zu den Privatschulen in Schweinfurt. 

(Foto: dpa)

Der komplette Jahrgang einer Schweinfurter Privatschule ist durch die Abiturprüfung gefallen. Bei Eltern und Schülern ist die Verzweiflung groß - und der Ärger über die Schule. Doch die wehrt sich nun in einer Stellungnahme: Einige Abiturienten waren angeblich zu schlecht für die staatliche FOS.

Von Tina Baier

Die Erste Private Fachoberschule (EPFOS) in Schweinfurt, an der dieses Jahr die gesamte Abschlussklasse durch das schriftliche Fachabitur gefallen ist, hat auf ihrer Homepage eine Stellungnahme abgegeben. "Unterricht und Prüfungsvorbereitung sind jedoch ein Prozess, an dem unter anderem auch der einzelne Schüler nicht nur beteiligt ist, sondern durch seine Eigenverantwortung einen ebenso wesentlichen Teil zum Erfolg beitragen muss", heißt es darin.

Im Klartext: Die Schüler tragen eine Mitschuld an der Misere. Nach Informationen der Süddeutschen Zeitung wurden an der EPFOS auch Schüler aufgenommen, die an einer staatlichen Fachoberschule keine Chance gehabt hätten, weil ihre Noten zu schlecht waren. Die Schule bestätigt das in ihrer Stellungnahme, in der von "Prüfungskandidaten" die Rede ist, "denen aufgrund ihrer Leistung in ihrer bisherigen Schullaufbahn eine vergleichbare Chance an einer staatlichen Schule versagt geblieben ist".

Drei Schüler haben nach Auskunft aus dem Kultusministerium wohl gute Chancen, ihre Note in den mündlichen Prüfungen so aufzubessern, dass sie das Fachabitur doch noch bestehen.

Wie es mit ihren Mitschülern weitergeht, soll diesen Donnerstag bei einem Gespräch des zuständigen Ministerialbeauftragten Hansjörg Bosch mit Schülern, Eltern und deren Anwältin Patricia Fuchs-Politzki besprochen werden. Vorstellbar wäre, dass alle Schüler, die eine sogenannte Feststellungsprüfung bestehen, nächstes Schuljahr in die zwölfte Klasse einer staatlichen FOS wechseln dürfen. Bei einer solchen Feststellungsprüfung wird in der letzten Juliwoche ermittelt, ob die Schüler wenigstens den Stoff der elften Klasse beherrschen.

In den nächsten Tagen will Bosch außerdem die Klausuren der Schüler aus dem EPFOS-Abijahrgang prüfen. Auch die Abituraufgaben sollen nachkorrigiert werden. Das Kultusministerium will eigenen Angaben zufolge feststellen "wo die Defizite der Schüler liegen und ob diese Defizite mit einem bestimmten Fach zusammenhängen". Nach Auffassung von Schülern und Eltern hätten manche Lehrer einen "unqualifizierten Eindruck" gemacht. Alle Lehrer der EPFOS seien aber offiziell zugelassen gewesen, heißt es aus dem Kultusministerium.

© SZ vom 04.07.2013/infu
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