Cold Case in SchweinfurtEhemaliger US-Soldat wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt

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Lebenslang für einen 47 Jahre zurückliegenden Mordfall: Der 71 Jahre alte Angeklagte (Mitte) zusammen mit dem Übersetzer und seinem Strafverteidiger Johannes Makepeace (rechts) im Landgericht Schweinfurt. (Archivbild)
Lebenslang für einen 47 Jahre zurückliegenden Mordfall: Der 71 Jahre alte Angeklagte (Mitte) zusammen mit dem Übersetzer und seinem Strafverteidiger Johannes Makepeace (rechts) im Landgericht Schweinfurt. (Archivbild) (Foto: Daniel Löb/dpa)

18 Jahre jung war Cornelia Hümpfer, als sie im April 1978 auf einem Acker gefunden wurde – getötet durch 14 Messerstiche. Nun hat das Landgericht Schweinfurt einen ehemaligen US-Soldaten verurteilt. Ein Fehler, finden die Verteidiger.

Mehr als 47 Jahre nach dem gewaltsamen Tod der damals 18-jährigen Cornelia Hümpfer in Unterfranken hat das Landgericht Schweinfurt einen 71-Jährigen zu lebenslanger Haft verurteilt. Dies teilte ein Gerichtssprecher mit. Aus Sicht der Kammer gibt es keinen Zweifel an der Täterschaft des ehemaligen US-Soldaten, der zur Tatzeit 24 Jahre alt war. Der Angeklagte hingegen hatte im Prozess seine Unschuld beteuert, seine Verteidiger plädierten auf Freispruch. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Wie einer der Verteidiger des Angeklagten der SZ mitteilte, haben die Anwälte noch am Dienstag Revision eingelegt.

Einer der beiden Anwälte hatte zudem für den Fall einer Verurteilung seines Mandanten beantragt, ein psychiatrisches Gutachten einzuholen. Der 71-Jährige habe am Tattag eine posttraumatische Belastungsstörung gehabt und sei aufgrund der eingeschränkten Steuerungsfähigkeit in seiner Schuldfähigkeit erheblich eingeschränkt gewesen, begründete der Jurist diesen Antrag – den er allerdings nicht als Geständnis verstanden haben wollte. Das Gericht gab dem Antrag jedoch nicht statt.

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Die Staatsanwaltschaft hatte eine lebenslange Haftstrafe für den ehemaligen US-Soldaten verlangt, der 1978 in Schweinfurt stationiert war. Der Oberstaatsanwalt hatte in seinem Schlusswort auf DNA-Spuren des Verdächtigen an der Kleidung des 18 Jahre alten Opfers verwiesen. Zudem gebe es zwei voneinander unabhängig zustande gekommene Aussagen von Zeugen, denen der Angeklagte die Tat vor Jahren gestanden haben soll.

Der Angeklagte hatte im Prozess seine Unschuld beteuert. Die Ermittler glauben allerdings, dass der zur Tatzeit am 20. April 1978 verheiratete Mann mit dem Opfer eine Affäre hatte. Der damals 24-Jährige soll die angehende Erzieherin mit 14 Messerstichen nahe Kolitzheim bei Schweinfurt getötet haben, weil die 18-Jährige gedroht haben soll, seiner damaligen Ehefrau von der Liaison und ihrer angeblichen Schwangerschaft zu erzählen.

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17 083 Tage ist es her, dass Cornelia Hümpfer auf einem Acker gefunden wurde: getötet durch 14 Messerstiche, angeblich schwanger, 18 Jahre jung. Ihr Mörder wurde nie gefunden. Nun beginnt der Prozess gegen einen früheren US-Soldaten, der mit ihr eine Affäre gehabt haben soll.

SZ PlusVon Max Weinhold

Dank neuer Methoden ließ sich DNA am Leichnam feststellen. Im Juni 2023 verhafteten US-Ermittler den Rentner in Nebraska, ein Jahr später stimmte ein US-Gericht seiner Auslieferung zu. Es bestehe der „begründete Verdacht“, dass sich der Mann des Mordes schuldig gemacht habe, heißt es in den US-Gerichtsprotokollen.

Wäre die Kammer nicht davon überzeugt gewesen, dass der Angeklagte tatsächlich der Täter war und zudem Mordmerkmale wie Heimtücke oder niedrige Beweggründe nachweisbar sind, hätte sie den 71-Jährigen wohl freisprechen müssen: Alle anderen möglichen Tatvorwürfe außer Mord sind nach so langer Zeit bereits verjährt.

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Im April 1978 wurde die Studentin Cornelia Hümpfer leblos auf freiem Feld bei Schweinfurt aufgefunden, erstochen. Hoffnungen, dass der Fall noch gelöst wird? Fast keine mehr. Nun aber führt die Spur zu einem ehemaligen US-Soldaten.

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