Prozess in SchweinfurtNach gescheitertem Überfall klaut er Polizeiautos

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Am Landgericht in Schweinfurt hat der Prozess gegen den 44-Jährigen begonnen.
Am Landgericht in Schweinfurt hat der Prozess gegen den 44-Jährigen begonnen.
Foto: Daniel Karmann/dpa

Ein Mann soll im fränkischen Kolitzheim einen Geldtransporter überfallen und danach seine Diebestour fortgesetzt haben. Vor Gericht wird sein Geisteszustand angezweifelt.

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Die Vorwürfe taugen mitunter für einen Krimi: Ein bewaffneter Mann überfällt nach Darstellung der Ermittler zunächst einen Geldtransporter in Franken. Später soll er in ein Autohaus in Baden-Württemberg eingebrochen sein, Beamte ausgetrickst, zwei Polizeiautos gestohlen und mit riskanten Manövern geflohen sein. Polizeischüsse konnten zunächst nichts ausrichten.

Das ist nun knapp elf Monate her, der Verdächtige gefasst. Zu Prozessauftakt vor dem Landgericht Schweinfurt sagte der Angeklagte dazu, er habe niemanden überfallen wollen. Vielmehr habe er sich von den Mitarbeitern des Geldunternehmens bedroht gefühlt und deshalb einem der Beschäftigten seine Waffe geraubt. Danach sei er geflohen.

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Dem 40-Jährigen werden unter anderem schwere räuberische Erpressung, räuberischer Diebstahl, besonders schwerer Raub und gefährliche Körperverletzung vorgeworfen. Für den Prozess bis Ende Mai sind weitere vier Verhandlungstage angesetzt.

Die Staatsanwaltschaft ist überzeugt, dass der Angeklagte am 20. Juni 2025 maskiert vor einer Bank in Kolitzheim (Landkreis Schweinfurt) den Geldtransporter überfallen hat. „Im Fahrzeug selbst befanden sich zu diesem Zeitpunkt circa drei Millionen Euro“, sagte der Anklagevertreter. Bei der Tat soll der Mann die Schusswaffe eines Mitarbeiters des Geldtransportunternehmens geraubt haben. Der Überfall missglückte, weil die Transporterfahrerin geistesgegenwärtig mit dem Fahrzeug flüchtete.

Nach der Tat soll der 40-Jährige nach Baden-Württemberg gefahren sein, um dort einen Tag später in Walldürn (Neckar-Odenwald-Kreis) in ein Autohaus einzubrechen und Geld zu stehlen. Als die Polizei eintraf, flüchtete der Mann den Ermittlern zufolge mit seinem Fahrzeug. Dieser Darstellung widersprach der Angeklagte nicht.

Zweimal gelingt es dem Mann, den Polizisten das Auto zu entwenden

Zweimal soll der Verdächtige anschließend im Grenzbereich Bayern/Baden-Württemberg durch eine Polizeistreife gestellt worden sein. Dabei gelang es dem Mann laut Anklage in beiden Fällen mit Tricks und erheblicher Gewalt, das Polizeifahrzeug zu stehlen und seine Flucht fortzusetzen.

Die Polizisten hätten mehrfach geschossen, so die Staatsanwaltschaft, der Mann habe aber zunächst nicht gestoppt werden können. Erst nach einer Verfolgungsjagd sei der 40-Jährige in Walldürn festgenommen worden.

Der 40-Jährige, der auch in anderen Ländern Straftaten begangen haben soll, kam zunächst in Untersuchungshaft. Weil er aber psychisch auffällig sein soll, wurde er später in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht.

In dem Prozess wird nun auch geklärt, ob die Schuldfähigkeit des Mannes zu den Tatzeiten eingeschränkt oder sogar aufgehoben war. Im Fall der Schuldfähigkeit und einer Verurteilung droht ihm allerdings eine lange Haftstrafe – und womöglich Sicherungsverwahrung, wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft vor dem Prozess sagte.

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