Verfahren um "Dämonen" austreiben:Der Guru und die verschiedenen Formen von Wahrheit

Beginn des "Guru-Prozesses" in Schweinfurt

Bei Prozessbeginn steht der Angeklagte zwischen seinen Anwälten (links). Er soll eine frühere Lebensgefährtin vergewaltigt und misshandelt haben, um angebliche Dämonen auszutreiben.

(Foto: Heiko Becker/dpa)

Am zweiten Tag des Prozesses gegen den Leiter einer spirituellen Gemeinschaft in Schweinfurt prallen zwei Welten aufeinander. Zeugen reden von Liebe, die Anklage lautet auf Körperverletzung und Vergewaltigung.

Von Patrick Bauer und Eva Hoffmann, Schweinfurt

Gegen Ende seiner denkwürdigen Aussage verkündet der Zeuge F. am Dienstag vor dem Landgericht Schweinfurt, dass diese Verhandlung für alle Anwesenden ein "Erweckungserlebnis" sein könnte - wenn denn nur mehr "vertrauensvolle Menschen" anwesend wären und den engen Saal 6 in einen "Liebesraum" verwandeln würden. Von Liebe ist aber auch am zweiten Tag des Prozesses gegen Kai K. wenig zu spüren, den spirituellen Leiter der Gemeinschaft "Go&Change", der laut Anklage eine ehemalige Lebensgefährtin viermal vergewaltigt und durch Schläge, Tritte und Würgen schwer verletzt haben soll, um ihr angebliche Dämonen auszutreiben.

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:Ein "Guru" soll mit Gewalt angebliche Dämonen ausgetrieben haben

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