Schweinfurt Bestatter muss vor Gericht

Im Verfahren um den Schweinfurter Bestattungsunternehmer Ralf Michal kommt es zum Prozess. Die Staatsanwaltschaft hatte im Januar einen Strafbefehl wegen Störung der Totenruhe in fünf Fällen beantragt. Sie wirft dem Unternehmer vor, ohne Einverständnis der Angehörigen Verstorbene ins Ausbildungszentrum in Münnerstadt verbracht zu haben, wo an den Leichen "Versorgungshandlungen" vorgenommen worden sein sollen. Nach Angaben eines Gerichtssprechers hat der zuständige Richter den Strafantrag nicht erlassen. Stattdessen habe er von seiner Möglichkeit Gebrauch gemacht, einen Termin für eine Hauptverhandlung anzuberaumen. Dies ist beispielsweise dann möglich, wenn ein Richter Bedenken hat, ohne eine Verhandlung zu entscheiden. Michal ist Vorsitzender im Bestatterverband Bayern, lässt nach Verbandsangaben dieses Amt aber ruhen, seit die Vorwürfe bekannt geworden sind. Für eine Stellungnahme war sein Anwalt Ulrich Spieß am Mittwoch für die SZ nicht zu erreichen. Nach dem Antrag auf Strafbefehl hatte Spieß im Januar gesagt, sein Mandant bestreite die Vorwürfe vollumfänglich.