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Schutz für Mädchen:"Überkommene Rollenbilder"

Freistaat fördert Prävention gegen Gewalt im Namen der Ehre

Das bayerische Innenministerium hat eine weitere Förderung der sogenannten Heroes-Initiative in Schweinfurt bewilligt. Das Präventionsprojekt macht sich gegen Unterdrückung von Frauen und Mädchen "im Namen der Ehre" stark, die bisweilen in Gewalt münde, hieß es in einer Mitteilung des Ministeriums. "Überkommene Rollenbilder, die in manchen Migrantenmilieus von Generation zu Generation weitergegeben werden, dürfen keinen Platz bei uns haben", betonte Innenstaatssekretär Gerhard Eck (CSU). Bei dem Projekt sollen sich junge Männer mit Migrationshintergrund ganz gezielt mit ihren Geschlechterrollen, Ehrvorstellungen und Themen wie Gleichberechtigung und Menschenrechte auseinandersetzen. Ziel ist es, die Jugendlichen darin zu bestärken, eine reflektierte Identität auszubilden. In Trainings lernen die Teilnehmer auch, andere Jugendliche dazu zu bewegen, mit ihnen über Ehre zu diskutieren und gegen Unterdrückung im Namen der Ehre Position zu beziehen. Diese "jungen Helden", so Eck unter Verweis auf die deutsche Übersetzung des Projektnamens, könnten damit zu wichtigen Vorbildern und Lotsen der Wertevermittlung werden.

Für das Projekt stelle der Freistaat eine Fördersumme von rund 100 000 Euro zur Verfügung. Die bisherige Bilanz des Projekts unterstreicht laut Eck, auf welch große Resonanz die Idee in Schweinfurt stoße. So seien in diesem Jahr bereits 62 Workshops abgehalten worden, 1200 vorwiegend Jugendliche und Schüler konnten so erreicht werden. Das Heroes-Projekt stammt aus Schweden. In Bayern wird es unter anderem in Nürnberg, Augsburg und München von verschiedenen Trägern angeboten.

© SZ vom 05.01.2019 / SZ
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