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Schulpolitik:Spaenles Baustellen im neuen G 9

Neunjähriges Gymnasium
(Foto: Karmann/dpa)
  • Von September 2018 an wird es im Freistaat wieder ein G 9 geben, der Landtag hat die Reform beschlossen.
  • Wie allerdings die Stundentafel und andere zentrale Punkte aussehen, muss noch geklärt werden.
  • Schulminister Spaenle hält das Gesetz für ein Gerüst, die Inhalte sollen in der Gymnasialen Schulordnung mit Opposition, Lehrern, Eltern und Schülern gestaltet werden.

13 Jahre nach der Einführung ist das achtjährige Gymnasium in Bayern offiziell Geschichte: CSU, Grüne, SPD und Freie Wähler segneten am Donnerstag im Landtag die Änderung des Schulgesetzes ab; von September 2018 an wird es im Freistaat wieder ein G 9 geben. Im April hatte sich die CSU-Fraktion dazu durchgerungen, obwohl viele Abgeordnete bis zuletzt am G 8 festhielten.

Die Worte Rückkehr und Scheitern sind verpönt: Eine Weiterentwicklung soll das neue G 9 sein, mehr Qualität, Zeit und Raum für individuelle Förderung, berufliche sowie politische Bildung und Digitalisierung bieten. Weil sich Zeiten und Schüler geändert haben, so die Lesart der CSU, nicht wegen Unzufriedenheit mit dem System.

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Schulminister Ludwig Spaenle gab sich im Landtag betont versöhnlich: Das Gesetz sei nur das Gerüst, die Inhalte werden in der Gymnasialen Schulordnung mit Opposition, Lehrern, Eltern und Schülern gestaltet. Dabei lernen die ersten G-9-Schüler bereits in der fünften Klasse. Sie werden gemeinsam mit den dann neuen Fünftklässlern im Herbst 2018 mit dem G 9 beginnen. Viel Zeit bleibt nicht und einiges ist ungeklärt.

Stundentafel

Um Ärger wie nach der G-8-Einführung zu vermeiden, erarbeitet das Ministerium wichtige Änderungen wie die Verteilung der Fächer in der Stundentafel mit Lehrern, Eltern und Schülern. Vor den Sommerferien stellte Spaenle das Konzept vor, einen Kompromiss mit 19,5 Wochenstunden mehr, aber ohne Nachmittagsunterricht in Unter- und Mittelstufe. Lange hielt der Burgfrieden nicht, die Verteilungskämpfe der Fachvertreter brachen los.

Alle zufrieden zu stellen, gilt als unmöglich und brächte ein G 9 mit Nachmittagsunterricht. Das ist keine Option. Als Verlierer fühlen sich Fächer, die keine zusätzlichen Stunden bekommen wie Wirtschaft/Recht und Erdkunde, oder solche, die in der 11. Klasse fehlen wie Chemie und Biologie. Deren Vertreter fürchten, nicht für die Oberstufe gewählt zu werden. Zusätzliche Stunden schließt das Ministerium aus, denkbar sei nur eine Umverteilung einzelner Fächer. Die Unzufriedenen werden mit der Oberstufenreform vertröstet.