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Schulpolitik:Grüne: Gymnasium soll neun Jahre dauern

In der zweiten Januarhälfte soll die Entscheidung über die Reform des bayerischen Gymnasiums fallen - möglicherweise schon nächste Woche, wenn die CSU-Fraktion in Kloster Banz zusammenkommt. Bildungspolitiker, Lehrer und Eltern warten seit Monaten darauf. Entsprechend nutzt die Opposition die letzten Tage vor Banz, um noch einmal Akzente zu setzen: Die Grünen stellten am Montag im Landtag ihr Konzept für ein "G 9neu" vor. Das G 8 müsse endgültig abgehakt und das Gymnasium der Zukunft grundsätzlich auf neun Jahre angelegt werden, forderte der bildungspolitische Sprecher Thomas Gehring. Besonders clevere oder fleißige Schüler müssen aber weiter nach acht Jahren das Abitur machen können. Die gewonnene Zeit sollen sie für individuelle Förderung, besondere Interessen und Projekte oder Auslandsaufenthalte nutzen.

Der Vorschlag der Grünen ähnelt dem des Philologenverbands und der SPD, die ebenfalls ein G 9 mit Überholspur fordern. Martin Güll (SPD) möchte außerdem die Oberstufe reformieren, denn "viele Gymnasiallehrer wünschen sich die Leistungskurse zurück", sagt er. Gehring ist es wichtiger, dass die Lehrer an jeder Schule die "Lern- und Leistungskultur" weiterentwickeln, damit ihre Schüler lernen, flexibel auf Neues zu reagieren und ihr Wissen einzusetzen. Er nennt für sein Konzept auch konkrete Zahlen: Gehring geht davon aus, dass neue Schulhäuser und Anbauten 1,5 Milliarden Euro kosten werden. Bezahlen müssen das die Kommunen als Schulträger, aber der Freistaat solle die Zusatzkosten ausgleichen und 1000 neue Lehrer einstellen. G 8 und G 9 parallel an Schulen laufen oder die Gymnasien entscheiden zu lassen, ob sie acht oder neun Jahre anbieten, lehnen SPD, Grüne und Vertreter von Eltern, Lehrern und Kommunen ab. Sie fordern eine klare Entscheidung der CSU.

Schulminister Ludwig Spaenle wertete das Konzept der Grünen als Beitrag zum Dialogprozess. Sein Plan ist ein auf acht Jahren basierendes Gymnasium, das - falls sich eine Schule für neun Jahre zum Abitur entscheidet - zwischen sechster und elfter Klasse gedehnt wird. Das erste und die beiden letzten Jahre am Gymnasium sowie der Lehrplan sollen so bleiben wie bisher. Ministerpräsident Horst Seehofer hatte schon vor Monaten erklärt, dass es künftig ein G 9 in Bayern geben wird, nur: Das letzte Wort hat die CSU-Fraktion.