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Schulbeginn in Bayern:Gymnasien müssen Lehrplan entrümpeln

Gymnasium Die G-8-Reformen, die das Kabinett kurz vor den Sommerferien beschlossen hat, sollen dieses Schuljahr greifen. Von Donnerstag an wird nach dem entrümpelten Lehrplan unterrichtet, in dem der Stoff in elf von 25 Fächern gekürzt wurde. Mathematik soll in der achten Klasse vier Stunden pro Woche unterrichtet werden, statt wie bisher drei. Dasselbe gilt für Deutsch in der Zehnten. Zwölf ausgewählte Schulen sollen sich bis zum Zwischenzeugnis überlegen, wie das zusätzliche Flexibilisierungsjahr organisiert werden könnte, das Gymnasiasten der Mittelstufe dann 2013/2014 in Anspruch nehmen können. Im Februar will das Kultusministerium ein "Umsetzungspaket" an alle Gymnasien verschicken, in dem unter anderem steht, wie viele zusätzliche Stunden die Schulen für das Flexi-Jahr bekommen und wie der Stundenplan eines Flexi-Schülers aussehen könnte. "An den Schulen herrscht eher Skepsis darüber, dass die Neuerungen die Probleme des G 8 lösen können", sagt Heinz-Peter Meidinger, Vorsitzender des Deutschen Philologenverbands und Schulleiter des Robert-Koch-Gymnasiums in Deggendorf. "Ob das Flexi-Jahr funktioniert, hängt sehr stark davon ab, wie viele Ressourcen dafür zur Verfügung gestellt werden", sagt Max Schmidt, Vorsitzender des bayerischen Philologenverbands. "Wenn alle Lehrer gebraucht werden, um den Unterrichtsausfall zu bekämpfen, bleibt vom Flexi-Jahr nichts mehr übrig."

Realschule

An den Realschulen ist die Stimmung nach Aussage von Anton Huber, dem Vorsitzenden des Bayerischen Realschullehrerverbands "positiv". Problematisch sei allerdings die hohe Zahl von Referendaren, die statt fertig ausgebildeter Lehrer unterrichten. Die Zahlen aus dem Kultusministerium zeigen, dass die Realschule immer noch die Schulart mit den größten Klassen ist. An der durchschnittlichen Klassenstärke von 26,8 hat sich dieses Schuljahr im Vergleich zum Vorjahr nichts geändert.

Ganztagsangebote

"Bayern sieht im Ausbau der Ganztagsangebote einen Schwerpunkt", sagte Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU) vergangene Woche. Warum gibt es dann immer noch so wenige Ganztagsklassen? "Das Kultusministerium erlaubt nicht, auf einmal einen kompletten Zug, etwa von der fünften bis zur zehnten Klasse einzurichten", sagt Martin Güll (SPD), Vorsitzender des Bildungsausschusses. Die Züge müssen langsam aufgebaut werden, jedes Jahr kommt eine einzige Ganztagsklasse dazu. Zudem mache die Staatsregierung keinen Unterschied zwischen offenen Angeboten, also Betreuungsplätzen nach der Halbtagsschule und gebundenen Angeboten, bei denen sich Lern- und Erholungsphasen den ganzen Tag über abwechseln. Letztere seien besser aber auch teurer. In diesem Schuljahr seien nur 2650 von 55 000 Klassen gebundene Ganztagsklassen.

© SZ vom 11.09.2012/webj
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