Blattmacher-Wettbewerb 2017/18:Die besten Schülerzeitungen und ihre Redakteure

Beim Bayerischen Schülerzeitungswettbewerb punkten die Nachwuchsjournalisten mit Themenvielfalt und tiefgehender Recherche. Sechs Zeitungen stechen besonders hervor.

Von Max Ferstl

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Der kleine Hai

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Quelle: Robert Haas

Eva Obal, 9, ist Reporterin für Der kleine Hai. Für die aktuelle Ausgabe hat sie unter anderem einen Artikel über Bienen geschrieben.

Die schönste Erfahrung: Am Ende gibt es eine fertige Zeitung. Das haben wir als Gruppe geschafft, darauf können wir stolz sein.

Die größte Herausforderung: Zuerst habe ich die wichtigen Informationen rausgesucht. Dann musste ich mir die Sätze überlegen - man kann ja nicht einfach Stichpunkte hinschreiben. Außerdem haben wir gelernt, gemeinsam zu arbeiten.

Traumberuf: Viele! Einer ist, Menschen zu retten, die von einer Lawine verschüttet worden sind - mit einem Hund.

Das sagt die Jury: Nah dran an den Schülern und sehr persönlich: Das ist Der kleine Hai. Leser lernen enorm viel. Das ist toll! Neu ist der Blog zum Heft - mit vielen Texten über die Entstehung der Ausgabe und das Eis zur letzten Redaktionssitzung. Ein rundes Heft. Ihr habt euch den Sprung auf den ersten Platz wirklich verdient!

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Wallburg Express

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Quelle: Robert Haas

Die Redaktion des Wallburg Express hat sich in diesem Jahr mit den Gefahren beschäftigt, die in Handys und sozialen Netzwerken schlummern können. Christina Basel, 15, hat als Reporterin viele Artikel beigesteuert.

Die schönste Erfahrung: Das waren die Ausflüge, die wir mit der Schülerzeitung-AG machen durften. Dieses Jahr ging es in den Freizeitpark nach Geiselwind.

Die größte Herausforderung: In diesem Jahr war die Foto-Story knifflig. Wir wollten schließlich nicht dasselbe machen wie beim letzten Mal. Das Thema war Fake News, was ziemlich schwer zu bebildern war.

Der Traumberuf: Das weiß ich noch nicht, noch habe ich ja etwas Zeit.

Das sagt die Jury: Die Themenvielfalt des Wallberg Express fällt besonders auf. Viele Texte beschäftigen sich ausführlich mit zukunftsweisenden Themen wie Gefahren im Netz, Handysucht oder Fake News, aber das Schulleben kommt nicht zu kurz. Das bunte, selbstgemalte Cover zieht die Leser gut ins Hauptthema Social Media hinein. Insgesamt ist das Heft mit 82 Hochglanzseiten sehr aufwendig gemacht.

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Kunterbunte Schatztruhe

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Quelle: Robert Haas

Matthias Arriens, 16, ist unter anderem für die Umfragen in Kunterbunte Schatztruhe zuständig. Eine Frage lautet: "Wurdest du schon mal betrogen?" Außerdem hat er einen Text über das komplizierte Thema Liebeskummer geschrieben.

Die schönste Erfahrung: Mir hat vor allem die Zusammenarbeit gefallen: Alle waren nett. Hinzu kam die schöne Klassenfahrt nach Berlin, über die wir in der Zeitung berichtet haben.

Die größte Herausforderung: Es ist wirklich schwer, für Liebeskummer die treffenden Worte zu finden, den Text in eigenen Worten zu formulieren.

Der Traumberuf: Ich habe eine Ausbildung zum Maurer gemacht.

Das sagt die Jury: Die Redaktion der Kunterbunten Schatztruhe bereitet das Thema Schmerzen vielfältig auf. Vom seelischem bis körperlichem Schmerz ist alles abgedeckt. Daneben kommt aber auch das Schulleben nicht zu kurz! Illustriert wird das Ganze von eigenen Bildern und Umfragen. Die Gliederung ist sehr übersichtlich.

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Hilde

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Quelle: Robert Haas

Die Hilde scheut sich nicht, schwierige Themen wie Emanzipation anzupacken. "Das machen wir immer", sagt Chefredakteurin Marisa Biersack. Die 16-Jährige kümmert sich unter anderem darum, dass sich neue Schüler bei der Zeitungsgruppe zurecht finden.

Die schönste Erfahrung: Es gab einige. Aber am schönsten war vermutlich unsere gemeinsame Fahrt nach Leipzig. Dort haben wir als Gruppe die Buchmesse besucht und anschließend darüber berichtet.

Die größte Herausforderung: Zum einen mussten wir die Deadline einhalten, zum Ende hin wird es immer etwas stressig. Zum anderen war da das Layout, damit das Heft auch gut aussieht.

Der Traumberuf: Im Moment ist noch alles offen.

Das sagt die Jury: Die Hilde ragt aus dem Bewerberfeld hervor. Gefallen haben ganz besonders die hochwertige Gesamtproduktion des Heftes, in dem enorm viel Arbeit steckt. Inhaltlich setzt es sich gesellschaftskritisch mit Emanzipation auseinander und nähert sich diesem anspruchsvollen Thema auf oft persönliche Weise. Das Layout wirkt sehr künstlerisch - gleichzeitig aber ruhig und einladend zum Lesen.

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Peer plus

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Quelle: Robert Haas

Im Peer plus gibt es bei einigen Artikeln QR-Codes, die sich mit dem Handy scannen lassen. Sie führen zu Videos, die James Motz, 17, und das Filmteam gedreht haben. Er staunt, "wie viel Arbeit selbst in einem kurzen Video steckt".

Die schönste Erfahrung: Die fertige Zeitung besteht aus vielen kleine Beiträge, die sich zu einem großen Ganzen zusammenfügen. Das ist das Highlight.

Die größte Herausforderung: Man muss sich schon vor einem Interview genau überlegen, was man wissen will. Und wie man fragt, damit das Gespräch nicht abdriftet.

Der Traumberuf: Ich will Wirtschaftswissenschaften studieren. Es geht also in eine ganz andere Richtung.

Das sagt die Jury: Die Redaktion von Peer plus hat mit "Ehe für alle" ein mutiges Titelthema gewählt und ausgewogen behandelt. Dabei wird eine liberale Grundhaltung gezeigt, alle Positionen kommen zu Wort. Zusätzlich findet sich im Heft eine vielfältige Themenauswahl, die Schüler scheuen sich nicht, meinungsstark Stellung zu beziehen.

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W.I.R.

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Quelle: Robert Haas

Zahraa Altawil, 19, hat in Kirgisistan, Libyen, Jordanien und im Irak gelebt und dabei "viel Rassismus" gesehen, aber auch "viel Menschlichkeit". Über ihre Erfahrungen berichtet sie in W.I.R.

Die schönste Erfahrung: Ich hatte die Chance, alles zu schreiben, was ich wollte. Ich habe sehr viel Platz bekommen, mehr als die anderen. Dafür bin ich dankbar.

Die größte Herausforderung: Ehrlich gesagt gar nichts. Die Zeit war sehr spaßig. Jeder hatte andere Ideen, es gab viele Geschichten, die alle in einer Zeitung zusammengekommen sind.

Der Traumberuf: Ingenieurin, zumindest irgendwann. Ab 1. August beginne ich erst einmal eine Ausbildung zur Bauzeichnerin.

Das sagt die Jury: Diese Ausgabe von W.I.R. überzeugt mit einem ansprechenden Layout. Mit Ideen, die sich von der ersten bis zur letzten Seite durchziehen. Doch auch die journalistische Leistung ist hervorzuheben, so vielen internationalen und persönlichen Stimmen eine Plattform zu geben. Und: Die Autoren setzen sich sehr intensiv mit dem Früher in Schwandorf auseinander.

Protokolle: Max Ferstl

© sz.de/less
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