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A 96:Frau stürzt bei voller Fahrt aus Schiebetür auf Autobahn und stirbt

Mercedes Benz Vito Autobahn Unfall

Der Campingvan der Familie steht auf der A96. Die tödlich verunglückte 28-Jährige war aus der seitlichen Schiebetür auf die Fahrbahn gestürzt.

(Foto: Benjamin Liss/dpa)
  • Eine 28-Jährige ist auf der Autobahn 96 aus einem fahrenden Van auf die Fahrbahn gestürzt und infolge dessen gestorben.
  • Sie war offenbar vom Beifahrersitz aus nach hinten geklettert, um sich um ihr Baby zu kümmern. Dabei öffnete sich die Schiebetür.
  • Die Polizei bezeichnet den Unfall, dessen genauer Hergang erst noch untersucht werden muss, als "mysteriös".

Bei einem rätselhaften Autobahn-Unfall ist am Mittwochnachmittag eine Frau gestorben. Die 28-Jährige stürzte auf der A 96 aus einem fahrenden Auto auf die Fahrbahn, wie die Polizei mitteilte - und zwar durch die offene Schiebetür des Wagens. Gefahren wurde dieser von ihrem Mann, er hielt direkt nach dem Sturz in Höhe der Anschlussstelle Schöffelding im Landkreis Landsberg an. Warum sich die Tür öffnete, ist noch unklar.

Während der Fahrt saß die Frau zuerst auf dem Beifahrersitz, wie ein Polizeisprecher sagte. Dann aber kletterte sie nach Aussage ihres Mannes über die Mittelkonsole nach hinten, um sich dort um ihren gut sechs Monate alten Sohn zu kümmern. "Dabei ist anscheinend der Unfall passiert" und die Schiebetür auf der rechten Seite habe sich geöffnet, sagte der Sprecher - ob wegen eines technischen Defekts oder durch eine Fehlbedienung, sei unklar. Das sei schon "mysteriös".

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Technisch ist es unter gewissen Umständen möglich, dass auch während der Fahrt eine solche Tür auf geht: Wenn keine Kindersicherung aktiviert ist, lassen sich mechanische Schiebetüren per Hand öffnen, wie Mercedes mitteilt, und elektrische Schiebetüren nur mit der Hand und auch nur mit höherem Kraftaufwand. Bei eingeschalteter Kindersicherung hingegen lässt sich eine Schiebetür laut Mercedes generell nicht von innen öffnen. Wie der Unfallwagen ausgestattet war, ist bislang unklar.

Die Polizei geht nach eigenem Bekunden von einem Unfall aus, nicht von einem Suizid oder gar einem Verbrechen. Gleichwohl habe man auch die Kriminalpolizei eingeschaltet und lasse die Leiche der Frau obduzieren, sagte der Sprecher. "Wir wollen das Geschehen sehr genau rekonstruieren, damit es am Schluss keinen Zweifel gibt." Dazu habe man auch einen Unfall-Gutachter hinzugezogen.

Der Unfall ereignete sich laut Polizei am Mittwoch gegen 16.20 Uhr. Mehrere Menschen, die ebenfalls auf der A 96 in Richtung Lindau unterwegs fahren, hatten bei der Polizei angerufen und gemeldet, dass eine Person auf dem Seitenstreifen der Autobahn liege. Die alarmierten Rettungskräfte konnten allerdings nur noch den Tod der Frau feststellen, die aus dem Landkreis Landsberg stammte.

Bei dem Wagen handelt es sich um einen campingtauglichen Mercedes-Van vom Typ Vito, die Familie kam gerade aus dem Urlaub zurück. Auf dem Boden standen Gepäck und diverse Gegenstände herum, wie der Sprecher sagte, da könne es schon sein, dass die Frau beim Gang nach hinten ins Straucheln geraten sei. Wie schnell die Familie auf der Autobahn unterwegs war, ist bislang unklar. Der 55-jährige Ehemann stehe "vollkommen unter Schock", berichtete der Polizeisprecher. Wegen der Bergungsarbeiten kam es auf der A 96 am Mittwoch zu erheblichen Verkehrsbehinderungen.