In der niedrigen Kammer ein paar Schritte weiter den Gang hinauf ist sein Bruder Franz gestorben. Der Franz, ein weithin bekannter Trachtler und Schuhplattler, war viele Jahrzehnte lang der Wirt hier heroben am Streichen, 300 Meter über der Tiroler Ache und dem Talort Schleching im Chiemgau. Fast fünf Jahre ist der Franz jetzt tot, und dass Hans Strohmayer und Anneliese Laute das Wirtshaus ihres Bruders an die Stiftung Kulturerbe Bayern und die Schlechinger Wilde-Stiftung verkauft haben, ist auch schon wieder gute vier Jahre her. Inzwischen aber kann Hans Strohmayer im ersten Stock aus einem Fenster schauen, das es hier zu Franz’ Zeiten noch nicht gegeben hat. Und die Aussicht von dort ist gut.
DenkmalpflegeEin Wirtshaus als Kulturerbe
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Der Berggasthof Streichen ist über Jahre saniert und umgebaut worden. Um die sieben Millionen Euro wird das letztendlich gekostet haben.
Lennart Preiss/Kulturerbe BayernAm Streichen steht ein Berggasthaus, das für das Achental und den ganzen Chiemgau identitätsstiftend ist. Bürger aus dem Tal haben es vor dem Zugriff von Investoren bewahrt. Seither saniert die Stiftung Kulturerbe Bayern das Haus mit großem Aufwand. Bald braucht es nur noch einen Wirt.
Von Matthias Köpf, Schleching
