Schadensbilanz:Landshuter Jahrhundertflut

Schadensbilanz: Feuerwehr und Technisches Hilfswerk waren fast 24 Stunden lang im Einsatz. Nun beschäftigt sich der Landshuter Stadtrat mit der Frage, wie sich ähnliche Schäden künftig verhindern lassen

Feuerwehr und Technisches Hilfswerk waren fast 24 Stunden lang im Einsatz. Nun beschäftigt sich der Landshuter Stadtrat mit der Frage, wie sich ähnliche Schäden künftig verhindern lassen

(Foto: FW Landshut)

800 Einsätze der Feuerwehr nach dem Unwetter vom Dienstag

Von Maximilian Gerl, Landshut

Erst der Regen, dann der Schlamm. Eine dreckige Bescherung hat das Gewitter vom Dienstag Landshut eingebrockt. Nach heftigen Niederschlägen standen Straßen und Häuser bis zu einem Meter unter Wasser. Die Folgen beschäftigten die Freiwillige Feuerwehr bis in den Mittwochabend hinein. Erst gegen 20 Uhr und nach fast 24 Stunden wurde der Einsatz für beendet erklärt. Rund 800 Einsätze in Stadt und Landkreis hatten die 350 Helferinnen und Helfer bis dahin gefahren. "Es kann aber nicht ausgeschlossen werden, dass vereinzelt noch weitere Einsatzstellen auftauchen", heißt es in einer Mitteilung von Feuerwehr und Stadt. "Die Reinigung und Wartung aller eingesetzten Gerätschaften wird nun sicherlich einige Tage in Anspruch nehmen."

Das Unwetter ist also vorbei, das Aufräumen und Putzen nicht. Was auch kaum verwundert angesichts der Wassermassen, die zeitweise über Niederbayern hereinbrachen. Die Wetterstation in Landshut-Reithof verzeichnete am Dienstagabend rund 57 Millimeter Niederschlag - Mengen, wie man sie dort statistisch nur alle hundert Jahre zu erwarten hat. Auch die Station Schönbrunn maß zwischen 18 und 19 Uhr gut 50 Millimeter Niederschlag.

Die Einsatzschwerpunkte der Feuerwehr lagen entlang der gesamten Hanglage, die Landshut an schöneren Tagen so auszeichnet: also Achdorf, Hofberg und Frauenberg, dazu die Innenstadt, Schönbrunn und das Niedermayerviertel. Auf Videos ist zu sehen, wie sich dunkle Wassermassen zwischen Häusern hindurch und über Pfeiler und Geländer wälzen. Auch Stadt und Feuerwehr sprachen am Donnerstag von "richtigen Sturzfluten", die sich in die Täler ergossen und alles mitgerissen hätten, das "nicht niet- und nagelfest war". Keller liefen voll, Gullydeckel wurden ausgehoben, Kieswege wurden teils vollständig weggerissen. Durch Muren und Schlammlawinen wurden außerdem mehrere Straßenzüge komplett verlegt, darunter die Frauenberger Straße und die Wildbachstraße.

Auch im Rathaus wird das Gewitter noch Thema sein. Laut BR brachte die Grünen-Fraktion einen Dringlichkeitsantrag zum kommunalen "Starkregenrisikomanagement" ein. Darin werde der Stadtrat aufgefordert, ein Konzept zu erarbeiten, wie sich Schäden aus Starkregen minimieren ließen - gerade mit Blick auf den Klimawandel, der solche Unwetter wahrscheinlicher mache.

© SZ vom 02.07.2021
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