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Rettenberg:Initiative will den Grünten retten

Widerstand gegen Freizeitpark auf Allgäuer Berg wird immer stärker

Der Widerstand gegen einen Freizeitpark auf dem Grünten (Landkreis Oberallgäu) wächst. Jetzt hat sich die Bürgerinitiative "Rettet den Grünten" gegründet. "Der Grünten bietet Wanderern ein authentisches Bergerlebnis", sagt Max Stark, der einer von zwei Sprechern der Initiative ist. "Wir wollen, dass das so bleibt." Die Initiative lehnt sowohl Ausbau des Skibetriebs an dem 1738 Meter hohen Berg als auch den Freizeitpark mit einem Rollglider, mit dem die Passagiere ins Tal hinabdonnern können, Berggaststätte und Streichelzoo ab. "Dieses Konzept führt zu einem Rummelplatz", sagt Stark. "Dabei haben die vergangenen beiden Jahre gezeigt, dass die Menschen am Grünten einen naturnahen Tourismus wollen."

Der Grünten, der auch "Wächter des Allgäus" genannt wird, ist dank seiner Lage direkt am Nordrand der Allgäuer Alpen ein markanter Berg. Vor zwei Jahren war das alte Skigebiet an seinen Hängen pleite gegangen. Seither suchte die Gemeinde Rettenberg dringend einen Investor, der es wieder auf Vordermann bringt. Nun plant die Allgäuer Unternehmerfamilie Hagenauer dort die "Grünten-Bergwelt". Das Projekt spaltet inzwischen nicht nur Rettenberg, sondern die ganze Region. Das hat die Gründungsversammlung der Bürgerinitiative gezeigt. Stark und seine Mitstreiter hatten mit etwa 70 Besuchern gerechnet. Am Ende seien es mehr als 200 gewesen. "Unter ihnen waren nicht nur Vertreter von Umweltverbänden", berichtet Stark. "Sondern auch politisch und verbandlich ungebundene Bürger, Alpbauern und Vertreter von Fridays for Future." Gleichzeitig läuft eine Online-Petition gegen das Projekt, 7000 Menschen hätten sie schon unterzeichnet. Die Familie Hagenauer betont derweil, sie sei "jederzeit zu einem offenen und ehrlichen Gespräch über ihr Projekt bereit". Die Debatte kranke aber daran, dass viele Argumente der Kritiker nicht der Realität entsprächen. So rechne man in dem Freizeitpark nicht mit 6000 Besucher täglich, sondern mit maximal 2000.