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Reit im Winkl:Achtung Wolf

Im Netz kursiert altes Video

Die Nachricht von den sechs gerissenen Schafen hat in den vergangenen Tagen etliche Menschen rund um Reit im Winkl aufgeschreckt, doch in den sozialen Medien ist der Schrecken noch viel größer. Dort kursiert dazu ein Video, das einen, wenn nicht sogar den Wolf zeigt, wie er seine Beute von einer sommergrünen Skipiste zerrt. Schon sorgen sich die einen, dass dem Wolf zwischen Traunstein und Kitzbühel bald noch mehr Vieh, Haustiere oder gar der Tourismus zum Opfer fallen werden. Die anderen meinen, die Almbauern sollten sich einfach die toten Schafe ersetzen lassen und Herdenschutzhunde anschaffen, wenn das Landesamt für Umwelt schon eigens das Fördergebiet dafür ausgedehnt hat. Das LfU jedoch weist nicht nur auf dieses Angebot hin, sondern auch auf etwas anderes: Das Video vom Wolf auf der Piste sollte schon vergangenes Jahr als Beleg für wölfische Umtriebe nahe Salzburg dienen, und auch da hieß es später, es sei schon älter und wohl irgendwann in Südtirol entstanden. Und das Raubtier, das eine Webcam vor Wochen an der Hochrieshütte aufgenommen hat, wurde vom Hüttenwirt inzwischen als dessen Kater Xaver identifiziert. Es bleiben ein undeutliches Handyvideo eines Tiroler Jägers - und sechs gerissene Schafe plus drei in Tirol. Das LfU hat an den Bisswunden Proben genommen, um per Gentest zu klären, ob da wirklich gerade ein Wolf durchs Gebirge schnürt. Als gesichert gilt ihm mittlerweile eine Wolfssichtung im Raum Eichstätt, die Mitte Juni durch ein Foto von einer Wildkamera bestätigt wurde.

© SZ vom 01.07.2020 / kpf

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