Theater Regensburg:Kafka fürs Volk

Theater Regensburg: Lesestunde: Paul Wiesmann lässt die kleine Kafka-Figur aus einem Schaumstoff-Reclamheft lesen. Natürlich die "Verwandlung" samt Ungeziefer, das hier eine vieläugige Interpretation erfährt.

Lesestunde: Paul Wiesmann lässt die kleine Kafka-Figur aus einem Schaumstoff-Reclamheft lesen. Natürlich die "Verwandlung" samt Ungeziefer, das hier eine vieläugige Interpretation erfährt.

(Foto: Tom Neumeier Leather)

Florian Loycke inszeniert am Theater Regensburg Franz Kafkas "Die Verwandlung" - herrlich schräg mit Schaumstoffpuppen und ohne Scheu vor dem Werk des Schriftstellers.

Von Yvonne Poppek, Regensburg

Gegen eine Darstellung des Ungeziefers aus "Die Verwandlung" wehrte sich Franz Kafka entschieden. 1915 sollte seine Novelle im Kurt Wolff Verlag erscheinen, geplant war eine Titelillustration. "Das Insekt selbst kann nicht gezeichnet werden", schrieb Kafka an den Verleger. "Das nicht, bitte das nicht." Wenn nun, im Kafka-Jahr - vor hundert Jahren ist der Schriftsteller im Alter von 40 Jahren gestorben - "Die Verwandlung" auf die Bühne kommt, ist es naturgemäß schwer, eine Darstellung zu vermeiden. Es geht eher um die Frage, für welche man sich entscheidet. Am Theater Regensburg fiel die Wahl ganz klar aus, jede Behutsamkeit im Umgang mit dem begnadeten Schriftsteller übrigens vermeidend. Sie fiel auf sehr schräge, vieläugige Schaumstoffpuppen.

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