Wende im Untreue-FallTafel Regensburg: Beschuldigte Ex-Vorsitzende legt Geständnis ab

Die Frau saß seit zwei Wochen in Untersuchungshaft.
Die Frau saß seit zwei Wochen in Untersuchungshaft. Armin Weigel/dpa

Sie räumt auch Tatvorwürfe ein, die bislang noch nicht ermittelt waren. Damit ist sie gegen Auflagen – unter anderem ein Kontaktverbot zur Tafel – wieder auf freiem Fuß.

SZ bei Google bevorzugen

Im Fall der Untreuevorwürfe gegen die ehemalige Vorsitzende der Regensburger Tafel hat sich eine Wende ergeben. Laut Staatsanwaltschaft hat die Frau am Donnerstag ein umfassendes Geständnis abgelegt. Der Haftbefehl gegen die Beschuldigte sei daraufhin gegen Auflagen außer Vollzug gesetzt worden, sagte Oberstaatsanwalt Thomas Rauscher.

Demnach hat die Beschuldigte Tatvorwürfe eingeräumt, die bislang noch nicht ermittelt waren. Ihrem Geständnis zufolge soll sich der Schadensbetrag jetzt auf rund 200 000 Euro belaufen, sagte Rauscher. Zuvor hatte sie eingeräumt, Vermögenswerte der Regensburger Tafel in Höhe von 69 000 Euro veruntreut zu haben.

SZ Bayern auf Whatsapp
:Nachrichten aus der Bayern-Redaktion – jetzt auf Whatsapp abonnieren

Von Aschaffenburg bis Berchtesgaden: Das Bayern-Team der SZ ist im gesamten Freistaat für Sie unterwegs. Hier entlang, wenn Sie Geschichten, News und Hintergründe direkt aufs Handy bekommen möchten.

Die ehemalige Vorsitzende der Regensburger Tafel war vor zwei Wochen festgenommen worden und saß seitdem in Untersuchungshaft. Nach Aufhebung des Haftbefehls muss sich die Beschuldigte laut Staatsanwaltschaft regelmäßig bei der Polizei melden und darf keinen Kontakt zur Tafel aufnehmen. Die Ermittlungen gegen die Frau werden laut Staatsanwaltschaft bis zur Anklageerhebung fortgeführt.

Die seit Juni geschlossene Tafel, die nach eigenen Angaben bis zu 5000 Bedürftige mit Lebensmitteln versorgt, will bereits am 8. September wieder öffnen. Ein Sprecher der Tafel betonte am Dienstag dieser Woche, dass die Tafel die Geschädigte sei. Wegen des Imageschadens hätten sich bereits einige Ladenpartner und Spender zurückgezogen.

© SZ/EPD - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
Zur SZ-Startseite

Essensausgabe in Regensburg
:Wie lange darf eine Tafel schließen?

Die Regensburger Tafel macht zehn Wochen zu – und in der Stadt werden Vorwürfe laut, dass Bedürftige im Stich gelassen würden. Nur: Ist das wirklich die Verantwortung der Ehrenamtlichen?

Von Lisa Schnell

Lesen Sie mehr zum Thema

  • Medizin, Gesundheit & Soziales
  • Tech. Entwicklung & Konstruktion
  • Consulting & Beratung
  • Marketing, PR & Werbung
  • Fahrzeugbau & Zulieferer
  • IT/TK Softwareentwicklung
  • Tech. Management & Projektplanung
  • Vertrieb, Verkauf & Handel
  • Forschung & Entwicklung
Jetzt entdecken

Exklusive Gutscheine für SZ-Abonnenten: