Sängerin Milune in Thurn-und-Taxis-KircheMöchtegern-Madonna erzürnt Regensburger Pfarrer

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Beliebt bei Gläubigen, Touristen und Pop-Sternchen: Die Basilika St. Emmeram in Regensburg.
Beliebt bei Gläubigen, Touristen und Pop-Sternchen: Die Basilika St. Emmeram in Regensburg. Foto: IMAGO/Volker Preußer

Die Schweizer Sängerin Milune dreht ein Video zu ihrem Lied „You Believe in Jesus, I Believe in Pussy“ in Gloria von Thurn und Taxis' Hauskirche in Regensburg. Die 80er-Jahre wollen ihren Skandal zurück.

Kolumne von Deniz Aykanat

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„Kuss-Video in Kirche“, „Frivoles Skandalvideo in Thurn-und-Taxis-Kirche“, „Deutscher Pfarrer tobt wegen Clip von Schweizerin“: Der Boulevard hat endlich seine Schmuddel-Posse des Sommers geliefert bekommen. Und dieses Jahr kommt sie aus Regensburg. Dort hat die Schweizer Sängerin Milune ein Video in der altehrwürdigen Sankt-Emmeram-Kirche gedreht. Songtitel: „You believe in Jesus, I believe in Pussy“.

Das Video ist – leider? - nicht mehr im Netz auffindbar, sonst könnte man jetzt noch seriös analysieren, ob es sich um eine Weiterentwicklung von Madonnas „Like a Prayer“ handelt oder nur um einen lauwarmen Aufguss eines jahrzehntealten Skandals in Zeiten völliger Tabulosigkeit.

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Berichte der Mittelbayerischen Zeitung deuten allerdings darauf hin, dass Milunes „pikantes Video“ (Zitat MZ) eher Letzterem zuzuordnen ist. Die 22-Jährige hatte laut MZ ihre ein Jahr jüngere Freundin (in der Rolle der Pussy?) dabei, die als Engel mit Rosenkranz auf dem Kopf (Achtung Religion!) verkleidet war. Es wurde sich auf der Kirchenbank geräkelt, dann gab es einen Kuss im Beichtstuhl (mit Zunge!). Da muss man erst mal drauf kommen.

„Ich bin aus allen Wolken gefallen, als ich das Video am Freitag gesehen habe“, sagte Roman Gerl, Pfarrer von Sankt Emmeram, der Katholischen Nachrichten-Agentur. Verständlich und erwartbar. Es gab schließlich keine Drehgenehmigung. Einer Schweizer Zeitung teilte Milune mit, sie habe gar nicht provozieren wollen. Und: „Pussy kreiert Leben.“ Ja, stimmt theoretisch. Aber es gab, wie gesagt, keine Drehgenehmigung.

Warum eigentlich verschlägt es eine Schweizer Künstlerin ausgerechnet in die Oberpfalz, um über die primären Geschlechtsorgane ihrer Liebsten zu singen? Gibt es in der Schweiz keine Kirchen? Es kann eigentlich nur einen Grund dafür geben: Gloria von Thurn und Taxis, formerly known as Punk-Prinzessin. Immerhin ist Sankt Emmeram quasi ihre Hauskirche. Womöglich war sie nur wenige Meter Luftlinie entfernt, als das Skandalvideo aus der Mottenkiste der Provokationen gedreht wurde und produzierte vielleicht gerade selbst ein Video, zum Beispiel für das rechte Medienportal Nius.

Bleibt noch die Frage, bevor man sich wieder Wichtigerem widmet, also geschätzt allem anderen: War Milunes Video eine Hommage oder Kritik an Gloria?

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SZ PlusVon Deniz Aykanat

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