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Nach Regensburg-Besuch:Benedikt XVI. in den Vatikan zurückgereist

Papst Benedikt reist zurück in den Vatikan

Fünf Tage hielt sich Benedikt XVI. in Bayern auf.

(Foto: dpa)

Zuvor hatte ihn Ministerpräsident Söder am Münchner Flughafen verabschiedet. Der emeritierte Papst war überraschend nach Regensburg gereist, um seinen kranken Bruder zu sehen.

Der emeritierte Papst Benedikt ist nach seinem überraschenden Deutschlandbesuch am Montag vom Flughafen München aus abgereist. Eine Maschine der italienischen Luftwaffe brachte den 93-Jährigen und seine Begleiter zurück nach Rom. Ministerpräsident Markus Söder (CSU) verabschiedete den früheren Papst und ließ einen Geschenkkorb mit bayerischen Schmankerln überreichen. Söder, der für den Termin am Flughafen eigens eine Sitzung des CSU-Parteivorstandes verschob, sprach von einem Moment "der Freude und des Wehmuts".

Benedikt war am Donnerstag überraschend nach Bayern gereist und hatte sich fünf Tage lang in Regensburg aufgehalten, wo er seinen schwer erkrankten Bruder Georg Ratzinger besuchte. Der 96 Jahre alte langjährige Leiter der Regensburger Domspatzen ist fast vollständig erblindet und bettlägerig. Der Besuch habe zwar einen traurigen Anlass, so Christian Schaller, stellvertretender Direktor des Regensburger Instituts Papst Benedikt XVI., aber dennoch "ist er eine Kraftmaschine für beide Brüder". Als Benedikt nach seinem letzten Aufenthalt in Regensburg 2006 abreiste, sei nicht damit zu rechnen gewesen, dass er noch einmal zurückkehren würde.

Der 93-jährige Benedikt XIV., der seit seiner Emeritierung im Jahr 2013 in einem Kloster in den Vatikanischen Gärten lebt, hatte sich am Samstag und am Sonntag noch zweimal zu seinem Bruder fahren lassen, gemeinsam feierten die beiden eine Messe. Am Samstag besuchte der frühere Papst gemeinsam mit seinem Privatsekretär Georg Gänswein und dem Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer sein früheres Wohnhaus, das wenige Minuten von Regensburg entfernt in der Gemeinde Pentling liegt. Dort wechselte er auch ein paar Worte mit seinen Nachbarn und grüßte eine kleine Schar an Schaulustigen. Zuvor hatte er in Regensburg das Grab seiner Eltern und seiner Schwester besucht.

Die täglichen Begegnungen seien für beide Brüder "sehr belebend", sagte Bistumssprecher Neck. Sie könnten sich zwar aufgrund von Georgs Gesundheitszustand nur wenig unterhalten, aber sie beteten miteinander. "Es geht eher darum, da zu sein." Schaller sprach von Benedikts "unglaublichem Willen, den Bruder zu treffen". Als Priester sei dem 93-Jährigen auch die Seelsorge ein wichtiges Anliegen - und "beim eigenen Bruder ganz besonders".

© SZ.de/dpa/amm

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