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Regensburg:Bauarbeiter beenden Streik auf Kränen

Bauarbeiter verschanzen sich auf Kränen

Drei Bauarbeiter haben sich aus Protest auf Baukräne zurückgezogen.

(Foto: dpa)

Rund 24 Stunden verbrachten die Männer aus Italien in der Höhe, weil sie keinen Lohn bekommen hatten. Ihre Aktion war offenbar erfolgreich.

Von Andreas Glas

Es ist Donnerstagnachmittag, als der letzte Bauarbeiter vom Kran steigt. Der Streik ist vorbei. Nach rund 24 Stunden in der Höhe, bei großer Hitze, am Ende waren es fast 30 Grad auf der Baustelle in Königswiesen, im Regensburger Westen. "Sie wollen den Streik erst beenden, wenn sie Geld bekommen haben", hatte eine Polizeisprecherin am Donnerstagmorgen gesagt. Da protestierten noch rund 20 Arbeiter auf der Baustelle, drei von ihnen hatten die Nacht auf Kränen verbracht. Sie protestierten, weil sie seit zwei Monaten keinen Lohn bekommen haben sollen. Offenbar mit Erfolg. Die Bauarbeiter werden ihr Geld wohl kriegen.

Am Mittwochnachmittag hatten die Bauarbeiter aus Italien ihre Arbeit niedergelegt und ihren Protest gestartet. Kurz darauf rückte ein Großangebot aus Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst an. Mit Hilfe eines Dolmetschers versuchten die Polizisten, zwischen den wütenden Arbeitern und ihrem Arbeitgeber, einer italienischen Baufirma, zu vermitteln.

Bei der Firma handelt es sich offenbar um ein Subunternehmen, das wiederum von einem Subunternehmen der Immobilienfirma F&B Grundbesitz Regensburg II GmbH beauftragt wurde, der das Baugrundstück in Königswiesengehört. So kompliziert die Verflechtung der Firmen klingt, so kompliziert gestalteten sich dann zunächst wohl auch die Vermittlungsversuche der Polizei mit den Arbeitern. Erst am Donnerstag, im Laufe des Vormittags, zeichnete sich dann eine Lösung ab.

Zwar habe man bereits am Mittwoch entschieden, "dass wir dem Subunternehmer eine direkte Zahlung leisten werden", damit er den Arbeitern dieses Geld als Lohn auszahlen könne, sagte F&B-Geschäftsführer Michael Fritsch. Doch erst am Donnerstagvormittag "konnte mit dem Subunternehmer eine Vereinbarung getroffen werden", bald darauf seien die Arbeiter dann von den Kränen gestiegen.

Unternehmer Fritsch legt Wert darauf, dass seine Firma "schwer bis gar nicht Einfluss nehmen" könne, wenn ein Subunternehmer seinen Mitarbeitern keinen Lohn bezahle - und dass es seitens seiner Firma "keine rechtliche Verpflichtung" gegeben habe, für den offenbar zahlungsunwilligen Subunternehmer einzuspringen. Er wisse nicht, "ob wir das Geld wiedersehen", sagte Fritsch. Wichtiger sei ihm allerdings, "dass bei diesen heißen Temperaturen für Leib und Leben der Arbeiter keine Gefahr mehr besteht".

© SZ vom 07.08.2020/amm
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