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Rechtsextremist verurteilt:Mahler muss ins Gefängnis

Urteil im Prozess gegen den Rechtsextremisten Horst Mahler: Der Rechtsanwalt muss zehn Monate hinter Gitter - unter anderem wegen Volksverhetzung.

Der Rechtsextremist Horst Mahler ist wegen Volksverhetzung und Beleidigung zu zehn Monaten Haft ohne Bewährung verurteilt worden.

Muss hinter Gitter: Horst Mahler

(Foto: Foto: dpa)

Das Landgericht Erding sah es am Montag als erwiesen an, dass er in einem Gespräch mit dem ehemaligen Vizepräsidenten des Zentralrats der Juden, Michel Friedman, den Holocaust geleugnet und seinen Gesprächspartner mit den Worten "Heil Hitler, Herr Friedman" begrüßt hat.

Friedman hatte den Rechtsextremisten zusammen mit Journalisten der Zeitschrift Vanity Fair interviewt.

Mahler sei bei der Verhandlung "vollkommen uneinsichtig" aufgetreten, sagte die Erdinger Amtsrichterin. Weil es keine Anhaltspunkte für eine positive Sozialprognose gebe, werde die Strafe nicht zur Bewährung ausgesetzt.

Mahler leugnete Aussagen nicht

Bei der Verhandlung kam es zu einem weiteren Eklat. Mahler, der sich selbst verteidigte, leugnete den Holocaust erneut und beging damit nach Angaben des Staatsanwalts eine weitere Straftat.

Später wurde ihm das Rederecht entzogen und er selbst aus dem Saal entfernt. Zuvor hatte er versucht, Friedman zu provozieren, und den Prozess mit zahlreichen Beweisanträgen zu behindern, die das Gericht allesamt ablehnte.

Seine Äußerungen gegenüber Friedman bestritt er nicht, kündigte aber Rechtsmittel gegen das Urteil an.

Mahler ist einer der prominentesten Vertreter der rechten Szene in Deutschland. Er wurde bereits mehrfach wegen seiner Äußerungen verurteilt. 2007 verbüßte er eine Haftstrafe wegen Volksverhetzung.

Vor seiner Hinwendung zum Rechtsextremismus wurde Mahler als Mitgründer der linksextremistischen Rote Armee Fraktion (RAF) bekannt.