bedeckt München 15°
vgwortpixel

Rechtsextremismus:Bürgerwehr "Soldiers of Odin" gilt offiziell als verfassungsfeindlich

November 10 2017 Munich Bavaria Germany A neo nazi group known as the Soldiers of Odin began

Die Bürgerwehr "Soldiers of Odin" hat ihren Ursprung in Skandinavien. Der bayerische Ableger wird nun vom Verfassungsschutz als rechtsextremistische Gruppierung beobachtet.

(Foto: Sachelle Babbar/imago/ZUMA Press)
  • Der Verfassungsschutz beobachtet die Bürgerwehr "Soldiers of Odin" (SOO) im Freistaat ab sofort als rechtsextremistische Gruppierung.
  • In Bayern ist sie vor allem im Raum Würzburg aktiv, aber auch in Regensburg, Donauwörth und München tritt die Gruppierung auf.

Bayerns Verfassungsschutz beobachtet die Bürgerwehr "Soldiers of Odin" (SOO) im Freistaat ab sofort als rechtsextremistische Gruppierung. Das teilte ein Sprecher am Freitag der SZ mit, bis zuletzt war geprüft worden, ob die Gruppe offiziell auf den Radar der Behörde kommt. Sie wurde 2015 in Finnland gegründet und hat seitdem vielerorts Ableger gebildet.

In Bayern ist sie vor allem in Würzburg aktiv, aber auch in Regensburg, Donauwörth und München liefen Mitglieder bereits eine Art Streife. Die Gruppe weite ihre Aktivitäten aus und stehe am Anfang ihrer Entwicklung, so der Geheimdienst. Die Aktivisten sähen sich selbst als "Nachbarschaftshilfe"; faktisch jedoch träten sie wie eine Bürgerwehr auf und stellten in Frage, dass der Staat seine Bürger vor Kriminellen schützen könne. Gemeint sind kriminelle Migranten.

Polizei in München Rassistische Bürgerwehr in Pasing
Rechte Gruppierung

Rassistische Bürgerwehr in Pasing

Die "Soldiers of Odin" agieren europaweit. Nun sind sie erstmals in München in Erscheinung getreten. Die Gruppierung gibt sich harmlos, weist aber viele Verbindungen zur rechten Szene auf.   Von Martin Bernstein

Dabei treten die "Soldiers" meistens schwarz gekleidet auf, das Logo ist ein Kriegerkopf mit gehörntem Helm - vermutlich soll das einen Wikinger darstellen - und deutscher Fahne. Teils hat der Verfassungsschutz auch das Schwarz-Weiß-Rot der Reichsflagge entdeckt. Schon der Bezug auf den Germanengott Odin deutet an, was nun mitgeteilt wurde: Man stelle "rechtsextremistische Ideologiefragmente" fest.

So hätten Mitglieder eine unter Neonazis beliebte Online-Kampagne unterstützt, die vor einem "Volkstod" warnt. Zudem gebe es personelle Überschneidungen mit anderen rechtsextremistischen Organisationen. In den Reihen der Gruppe seien "verbal aggressive Äußerungen" zu hören, hieß es. Erkenntnisse über Gewalt durch die SOO in Bayern lägen jedoch nicht vor.

Man wolle nur "die Straßen für unsere Frauen und Kinder wieder sicher machen", betont die Gruppierung in Mitteilungen. Man agiere nicht unter Führung der SOO Finnland, distanziere sich von deren Handlungen. Dort gibt es viele Mitglieder aus dem kriminellen Milieu.

Politik in Bayern Das braune Winterhilfswerk

Extremismus in Bayern

Das braune Winterhilfswerk

In Bayern verteilen Neonazis Kleidung und Suppe an Bedürftige. Flüchtlinge und Drogenabhängige bekommen allerdings nichts. Dahinter steckt die rechte Partei "Der III. Weg".   Von Johann Osel