Hochschule:Bayern schafft zusätzliche Masterplätze für Psychotherapeuten

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Hochschule: 360 Masterplätze für Psychotherapie sollen an bayerischen Unis künftig zur Verfügung stehen.

360 Masterplätze für Psychotherapie sollen an bayerischen Unis künftig zur Verfügung stehen.

(Foto: Peter Kneffel/dpa)

Nur 75 Psychologiestudierende hätten im kommenden Semester die Ausbildung an bayerischen Unis absolvieren können - ein Bruchteil des Bedarfs. Nun ist eine Lösung in Sicht.

Von Anna Günther

Bayerns Psychologiestudierende können aufatmen. Der Freistaat schafft nun doch die dringend benötigten Masterstudienplätze für Psychotherapie. Derzeit gibt es nur 75, ein Bruchteil des Bedarfs. Künftig sollen an sechs bayerischen Universitäten 360 Masterplätze angeboten werden, teilte Wissenschaftsminister Markus Blume (CSU) nun der SZ mit.

Diese Studienplätze werden zum Wintersemester 2023 geschaffen, dann sind die Psychologie-Bachelorstudierenden fertig und können sich für den Psychotherapie-Master bewerben. Für das kommende Wintersemester soll es ab Oktober aber schon ein "freiwilliges Brückenangebot" für Studierende nach der alten Ausbildungsordnung geben. Konkret bedeutet das 90 Plätze im Master-Studiengang für Klinische Psychologie und Psychotherapie, 15 mehr als bisher. Diese zusätzlichen sind an der Julius-Maximilians-Universität in Würzburg angesiedelt. Für die Umsetzung der Reform sind mehr als 50 Stellen vorgesehen.

Nach der bundesweiten Reform der Ausbildung zum Psychotherapeuten müssen Studierende vom kommenden Jahr an einen eigens darauf zugeschnittenen Masterstudiengang durchlaufen. Sie sollen auf diese Weise schnell Praxiserfahrung sammeln. Zudem soll die Ausbildung so an den medizinischen Facharzt angeglichen werden.

Der Bund lasse die Länder bei der Finanzierung alleine, kritisiert Blume

Minister Blume sprach von einer "großen Kraftanstrengung", mit der sein Haus und die Universitäten die vom Bund initiierte Reform umsetzen. Im Rahmen eines Runden Tisches hatten sich am Dienstag Studierendenvertreter, Uni-Präsidenten und Vertreter der Psychotherapeutenkammer mit Blume getroffen. Bei ihnen bedankte er sich ausdrücklich und schob gleich Kritik an Berlin hinterher: Der Bund "lässt hier einmal mehr die Länder mit der Umsetzung alleine, insbesondere auch in finanzieller Hinsicht".

Der Bedarf nach Therapeuten-Nachwuchs ist immens: 6169 kassenärztlich zugelassene Psychotherapeuten gibt es in Bayern, viele von ihnen haben monatelange Wartelisten. Verschärft wird die Situation durch verschleppte psychische Reaktionen auf die Corona-Zeit und vermehrten Bedarf durch den Krieg in der Ukraine. Dazu kommt, dass immer mehr Menschen zum Psychologen oder Psychotherapeuten gehen. So gab es schon vor der tief greifenden Reform der Ausbildung stets mehr Bedarf als Angebot.

Entsprechend positiv klingt auch Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU): Die Versorgung soll künftig auf "hohem Niveau" gesichert sein. "Wer in Bayern psychotherapeutische Unterstützung braucht, der soll sie zeitnah und zuverlässig bekommen."

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