Prozess in Traunstein:Angeklagter gesteht Mord an Freundin

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Er hat bereits einen Mord begangen: In den Achtzigerjahren hat ein 64-Jähriger seine Frau auf offener Straße erschossen. Nun steht der Mann erneut vor Gericht, weil er in Prien am Chiemsee seine Freundin erstochen haben soll.

Mit einem Geständnis des Angeklagten hat in Traunstein ein Prozess um den Totschlag an einer Frau begonnen. "Ich habe augenscheinlich auf sie eingestochen, aber mit geschlossenen Augen", sagte der 64-Jährige am Dienstag vor dem Schwurgericht.

Dem Mann wird vorgeworfen, seine Freundin am 11. August 2013 in deren Wohnung in Prien am Chiemsee umgebracht zu haben. Das war nicht seine erste Mordtat: Weil er seine Frau in den Achtziger Jahren aus Eifersucht auf offener Straße erschossen hat, wurde er bereits zu 20 Jahren Gefängnis verurteilt.

1996 kam der Mann frei, seit 2006 lebt er in Prien am Chiemsee. Vor seinem Geständnis in Traunstein sagte der gebürtige Paderborner: "Ich neige mein Haupt vor dem Schmerz der Freunde und Angehörigen." Dann schilderte er ausführlich den Tathergang. Demnach sei eine Aussprache um die mögliche Trennung des Paares im Raum gestanden. Den Kummer habe er mit Alkohol hinuntergespült.

"Du wirst sie jetzt töten, aber wie?"

Das Verhältnis zu seiner Freundin nannte der studierte Chemiker innig - "eine große Liebe, wie ich sie nie erlebt habe". Sein Leben hatte er zuvor als verzweifelt beschrieben - drei Selbstmordversuche habe er hinter sich. Mit einem Küchenmesser in der Hand setzte er sich seiner Erinnerung nach am späten Nachmittag jenes Sonntages zu der 63-Jährigen auf die Couch und kündigte seinen Selbstmord an.

In Panik habe die Frau daraufhin aus der Wohnung fliehen wollen. Von da an habe er kaum noch eine Erinnerung an das Geschehen, wohl aber den Gedanken gefasst, die Frau umzubringen. "Du wirst sie jetzt töten, aber wie?", habe ihm eine innere Stimme gesagt. Dennoch versuchte der Angeklagte, die Tat vor Gericht so darzustellen, als habe er eigentlich sich umbringen wollen, aber die Waffe dann gegen seine Freundin gerichtet. Das Opfer verblutete nach 14 Stichen in den Oberkörper. Ein Stich durchtrennte die Halsschlagader.

Für den Prozess vor dem Traunsteiner Landgericht sind drei weitere Verhandlungstage vorgesehen. Es werden mehrere Sachverständige und Zeugen gehört. Das Urteil soll am 26. Mai verkündet werden.

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