Preis Bayerischer Janus für Godehard Ruppert

Archive sind die Speicher des Weltwissens. Welche Schätze darin schlummern, zeigt sich manchmal erst, wenn Bestände verloren gehen, wie bei dem Einsturz der Kölner Stadtarchivs oder dem verheerenden Brand in der Weimarer Anna-Amalia-Bibliothek. Digitale Speicher könnten da eine Rettung sein. Doch wer finanziert die Digitalisierung? Wie steht es um die Qualität, wer bekommt Zugang zu den Datenbanken und wer hält die Rechte daran? Um solche Fragen geht es am 8. und 9. Mai beim Bayerischen Archivtag in Schweinfurt. Experten aus ganz Bayern tauschen ihre Erfahrungen aus. Gastredner ist unter anderen ein Vertreter des Google Cultural Institute, das zentrale Bestände weltweit digitalisiert, zum Beispiel auch der Bayerischen Staatsbibliothek und der Deutschen Museums in München.

Den "Bayerischen Janus", der alle zwei Jahre auf dem Archivtag verliehen wird, erhält an diesem Freitag Godehard Ruppert, Präsident der Otto-Friedrich-Universität Bamberg, für seine Verdienste um die Professionalisierung und Erweiterung des Archivs seiner Universität. Deren Urkunden gehen bis ins Jahr 1647 zurück, als die "Academia Bambergensis" von Fürstbischof Melchior Otto Voit von Salzburg gegründet wurde. Vor kurzem wurden die Matrikel-Bücher aus der Anfangszeit ediert, als Buch und als Datenbank. Zu der Publikation trugen neben der Universität die Gesellschaft für fränkische Geschichte, die Stadt Bamberg, das Erzbischöfliche Ordinariat, der Historische Verein und die Staatsbibliothek bei. Die Datenbanken erstellten Wissenschaftler am Lehrstuhl für Angewandte Informatik in den Kultur-, Geschichts- und Geowissenschaften. Und so lässt sich nun mit wenigen Mausklicks recherchieren - und mit anderen Uniarchiven vergleichen -, wer damals in Bamberg studiert und gelehrt hat. Dabei erfährt man auch, dass Universitätsangehörige in jener Zeit besondere Privilegien genossen: Sie mussten keine Steuern zahlen und unterstanden einer eigenen Gerichtsbarkeit.